Exklusiv: Parlorama.eu wieder online

Artikel veröffentlicht am 15. Mai 2009
Artikel veröffentlicht am 15. Mai 2009

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Die Webseite, auf der die Anwesenheit der Europarlamentarier zu den Sitzungen im Parlament aufgelistet und benotet wird, ist seit heute - mit nur wenigen Änderungen und dem gleichen Verlangen nach mehr Transparenz - wieder online.

Der Skandal war vorprogrammiert. Die Seite parlorama.eu, die der ehemalige Parlamentsassistent Flavien Deltort konzipiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte, war ein Sammelsurium an Informationen über die Anwesenheit aller MdEPs in den Plenarsälen sowie deren Aktivitäten in der letzten Legislaturperiode. Nur wenige Wochen vor den Europawahlen, die vom 4. bis zum 7. Juni stattfinden, erhitzte diese Initiative für mehr Transparenz die Gemüter der Betroffenen - die Vorwürfe waren zahlreich. Deltort hatte sich hinsichtlich der Attacken bereits auf EUdebate2009.eu geäußert. Doch ohne Erfolg. Dem Initiator von parlorama.de wurde von kritischen Stimmen unter anderem die nicht ausreichend wissenschaftliche Methode seiner Klassifizierung vorgeworfen. Selbst von juristischen Maßnahmen gegen Deltort war die Rede. Aus diesem Grund hatte sich der Gründer kurzum dazu entschlossen, seine Seite vorübergehend zu schließen.

Inzwischen hatte das Europäische Parlament die Eigeninitiative ergriffen, einen Bericht über die jeweiligen Aktivitäten auf der Seite jedes Europarlamentariers zu veröffentlichen. Drei Wochen später kehrt parlorama.eu zurück und erregt erneut die Gemüter. Verstorbene MdEPs wurden aus der Liste entfernt und die Methodik überarbeitet. Das Prinzip bleibt jedoch das gleiche: Es soll „auf subjektive Art und Weise“, wie die Seite heute zu verstehen gibt, deutlich gesagt werden, wer die aktivsten MdEPs im Hause sind und wer die schwarzen Schafe. An der Spitze der ‚Stachanow-Aktivisten‘ des EPs stünde laut parlorama.eu der Grieche Dimitrios Papadimoulis der Vereinten Europäischen Linken, dicht gefolgt von der Italienierin Luisa Morgantini, Mitglied der Kommunisten, und der liberalen Britin Diana Wallis. Mit Abwesenheit im EP glänze vor allem der autonome Italiener Umberto Bossi, der bis 2005 krankheitsbedingt stark eingeschränkt war, im Schulterschluss mit den Konservativen Krzysztof Hołowczyc aus Polen und Raffaele Lombardo aus Italien.