EUROVISION 2011 - Verliererprognose

Artikel veröffentlicht am 14. Mai 2011
Artikel veröffentlicht am 14. Mai 2011
Letzter: Griecheland: Loukas Giorkas feat. Stereo Mike: "Watch my dance" Rock-Hip-Hop Crossover mit antikem Krimskrams: Loukas Giorkas feat. Stereo Mike (Foto: Pieter van den Berghe/EBU) Schlimm, schlimm, was sich die Griechen da so ausgedacht haben. Hip-Hop-Rock-Crossover im Stil der Neunziger Jahre, wobei sich die Rap-Skills von Stereo Mike zuweilen auf unterem DJ-Bobo-Niveau befinden.
Die folkloristische Komponente des Lieds ist kitschig und passt wie die Bühnendeko mit angedeuteten Säulen eher zum griechischen Dorflokal um die Ecke statt auf die Eurovisions-Bühne. Sorry, Griechenland, aber das wird wohl nix!

Vorletzer: Ukraine: Mika Newton: Angel

Ukrainische Elfe: Mika Newton (Foto: Pieter van den Berghe/EBU) Ukrainische Elfe: Mika Newton (Foto: Pieter van den Berghe/EBU)

Mika Newton heißt eigentlich Oksana Stefanivna Hrytsay und versucht schon seit sechs Jahren, ihr Land beim ESC zu repräsentieren. In diesem Jahr hat sie es nun endlich geschafft und nachdem sie –sicherlich zur Überraschung einiger- durch das Halbfinale gerutscht ist tritt sie nun heute Abend mit „Angel“ an. Mika ist eine zauberhafte, zerbrechlich wirkende Elfe, aber das ist auch schon alles Gute, was man zum ukrainischen Beitrag erwähnen kann. Das Lied ist grauenvoll, eine opulente, kitschige Ballade, mit einem wirklich scheußlichen Refrain. Mehr als überflüssig, fast schon ärgerlich dieses Lied – da heulen Queen-artige Gitarren auf und die Drum-Machine untermalt das grauenvolle Keybord-Geklimpere. Zu Gute halten könnte man Mika noch, dass sie, trotz des englischen Titels, in ihrer Heimatsprache singt. Dieses Wohlwollen wird aber schnell zerstört, wenn man sich den Auftritt betrachtet, der durch die Sandmalereien der Gewinnerin von „Ucraine’s got talent“ im wahrsten Sinne des Wortes untermalt wird. Keine Frage, Sandmalerin Kseniia Simonova ist zweifelsohne begabt, aber dieser Side-Kick ist mehr als überflüssig reicht bei weitem nicht aus, um von der mäßigen Qualität des Songs abzulenken.

Vorvorletzter: Italien: Raphael Gualazzi: Madness of Love

Italiens Raphael Gualazzi (Foto: Pieter van den Berghe/EBU) Italiens Raphael Gualazzi (Foto: Pieter van den Berghe/EBU)

Eigentlich ein Grund zum Feiern, denn nach 14 Jahren Abstinenz ist Italien nun endlich wieder dabei als Teil der „Big Five.“ Der Beitrag, den Italien präsentiert, ist gar nicht wirklich schlecht, ein Sixties-Italo-Bossa-Jazz-Song, dem man musikalisch nichts ankreiden kann. Leider ist das Lied aber auch ein bisschen belanglos, so was hat man schon tausendmal gehört und reißt heute niemanden mehr vom Hocker. Ein netter Titel für einen Filmsoundtrack oder um einen Aperitivo musikalisch zu untermalen. Als Hauptunterhaltung allerdings absolut ungeeignet und zu langweilig dahinplätschernd.