European Shooting Stars 2013 – Saskia Rosendahl

Artikel veröffentlicht am 15. Februar 2013
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Artikel veröffentlicht am 15. Februar 2013
Interview: Christiane Lötsch / Fotos: Katarzyna Świerc Saskia Rosendahl ist der jüngste European Shooting Star. Dass die zierliche, zarte Hallenserin erst 19 Jahre alt ist und vor einem Jahr ihr Abitur geschafft hat, vergisst man sofort, wenn man ihren überlegten Kommentaren über ihre erste Hauptrolle im Film „Lore“ (Cate Shortland, 2012) hört und in ihre bestechend klaren Augen schaut.

internet0004.jpgSo jung und schon Filmschauspielerin - Wie bist Du dazu gekommen?

Ich tanze schon seit Jahren Kinderballett der Oper in Halle, da war es nicht weit zur Schauspielerei. Die Tochter meiner Ballettlehrerin hat mir Namen von Schauspieler-Agenturen gegeben, bei denen ich mich beworben habe. Dann kam das E-Casting für die Rolle der Lore und dann ging alles ganz schnell. Ich bin da so „reingestolpert“.

Wie hast Du Dich auf die Rolle der Lore vorbereitet?

Ich habe zwei Wochen lang intensiv mit der Regisseurin Cate Shortland diskutiert; die Familie ihres Mannes ist in den 30er Jahren von Deutschland nach Australien ausgewandert. Ich habe auch Filme gesehen, BDM-Lieder angehört. Nach einer Weile habe ich mich dann so gefühlt, wie Lore sich gefühlt haben muss. Ich konnte ihren Gedanken folgen, was nicht heißt, dass ich komplett verstanden hätte, warum sie an die Nazi-Ideologie geglaubt hat.

internet0010.jpg und nisimasa.com

Und wie hat sich das angefühlt?

Es war paradox. Mein Körper hat sich zum Beispiel gewehrt, den Hitler-Gruß zu machen. Da musste ich in gewisser Weise gegen mich selbst arbeiten. Dann habe ich verstanden, dass man die Figur, die man spielt, nicht beurteilen darf, weil sich das Spiel dann nicht mehr natürlich anfühlt. Es war schwierig für mich, das alles hinter mir zu lassen. Ich musste mir sagen: Das gehört zu Lore nicht zu mir und für sie ist es normal, also tue ich es einfach!

Kannst Du Dir vorstellen, ein Leben lang Schauspielerin zu sein?

Ich bin noch auf der Suche. Nach dem Abitur wollte ich mir eigentlich die Zeit nehmen, mich auf die Suche zu machen, aber dann kamen Drehs oder Veranstaltungen wie diese dazwischen. Das hat die Zeit so zerhackt. Inzwischen denke ich, es wäre gut, noch ein zweites Standbein zu haben. Man kann ja zwischen den Drehpausen nicht immer nur zu Hause herumsitzen. Man weiß nie, was als nächstes kommt. Und wovon soll ich mal eine Familie ernähren? Aber ich weiß, dass ich Schauspielern möchte. Als nächstes kommt der nächste Film, in dem ich mitspiele, in die Kinos: „Wir sind jung, wir sind stark“ (Regie Burhan Qurbani). Da freue ich mich schon drauf!

Videointerviews mit den 10 European Shooting Stars auf cineuropa.org und nisimasa.com