Europas Schlemmer-Sterne

Artikel veröffentlicht am 25. Juli 2008
Artikel veröffentlicht am 25. Juli 2008
Repräsentiert die Vergabe des Michelin-Sterns ein allzu französisches Zeremoniell?

Die anonymen Inspektoren des berühmten 'Guide Rouge' (Guide Michelin) durchstreifen jedes Jahr die Länder des alten Kontinents, um die besten Restaurants Europas zu küren. Im Jahr 2008 ist Prag mit der Verleihung eines Sterns an das Restaurant Allegro, das vom Italiener Andrea Accordi geführt wird, das erste Mal im Michelin vertreten. Die französischen Restaurants bleiben aber diejenigen mit den meisten Sternen in Europa: Sie erhielten insgesamt 529 Sterne und rangieren damit vor Deutschland mit 186, Spanien mit 146 und Großbritannien mit 116 Sternen.

Der erste 'Michelin' wurde im Jahr 1900 von André Michelin herausgebracht. Damals handelte es sich noch um einen reinen Werberatgeber für Autofahrer als Prämie für einen Reifenkauf. Er enthielt lediglich eine Sammlung nützlicher Informationen über Ärzte, Garagen, Stadtpläne etc. Erst 1920 wird eine Auswahl von Restaurants mit aufgenommen und 1926 werden die besten Tische ausgezeichnet. Ihnen werden je nach Qualität der Küche Sterne verliehen.

©María Luque Crespo

Die Urteile der anonymen Restaurantkritiker sind von den großen Restaurantchefs ebenso gefürchtet wie kritisiert. Sie sind immer noch maßgeblich in der Welt der Gastronomie. Der Guide Michelin hat im Laufe der Jahre einen solchen Bekanntheitsgrad erlangt, dass er eine respektable Orientierungsreferenz für Liebhaber der gehobenen Küche darstellt. Doch der Michelin-Verlag ist darum bemüht, sich von Kritik loszusagen, die den Restaurantführer aufgrund seines zu 'französischen' und zu traditionsgebundenen Gebarens verurteilt. Die Macher des Referenzführers möchten zukünftig eine breitere Öffentlichkeit erreichen.