Europa im Koffer

Artikel veröffentlicht am 13. August 2008
Artikel veröffentlicht am 13. August 2008
Do‘s and Dont‘s für cleveres Reisen in Europa.

©Nick Disponible/flickrDie Öffnung der Grenzen bringt einen großen Vorteil mit sich: Der wieder mal nicht verlängerte Reisepass kann innerhalb der Europäischen Union zu Hause gelassen werden. Selbst wenn die Länder im Falle besonderer Vorkommnisse spezielle Maßnahmen ergreifen können, wie bei der Organisation einer Fußballweltmeisterschaft, können die europäischen Bürgerinnen und Bürger sich in allen Ländern der Europäischen Union sowie in Norwegen und Island frei fortbewegen. Ende 2008 wird auch die Schweiz dem Schengener-Raum beitreten. Einzige Ausnahmen: das Vereinigte Königreich, Irland, Zypern, Bulgarien und Rumänien, wo das 'Sesam öffne dich' nur mit dem offiziellen Stempel im Reisepass funktioniert. Nicht zu vergessen: Seit 2005 sind zur Einreise in die Vereinigten Staaten von Amerika mit Chip versehene oder biometrische Reisepässe notwendig.

Ich packe meine 7 Sachen

©Ms. Tibbetts/flickrBevor es auf und davon an die spanischen Playas geht, sollte man den Inhalt seines Koffers noch einmal Revue passieren lassen. Ansonsten riskiert man, einige Sachen am Flughafen zurücklassen zu müssen. Die zulässigen Gepäckstücke sind in zwei Kategorien unterteilt: aufzugebendes Gepäck und Handgepäck. Das aufzugebende Gepäck muss zwangsläufig eingecheckt werden und darf zwischen 12 und 40 kg wiegen. Dabei muss das auf dem Flugticket angegebene Gewicht beachtet werden.

Bezüglich des Handgepäcks ist die europäische Gesetzgebung sehr streng. Die Passagiere dürfen nur geringe Flüssigkeitsmengen in kleinen Flaschen mit sich führen, die wiederum in transparenten Plastikbeuteln verpackt sein müssen. Diese Sicherheitsbestimmungen gelten für alle Flüge, selbst für Inlandsflüge, ab einem EU-Land und ab Norwegen, Island und der Schweiz.

Roadmovie Europa

Diejenigen, die das Auto dem Flugzeug vorziehen, müssen auf den Straßen einiger europäischer Länder vorgeschriebenes Zubehör mit sich führen. Die Franzosen wissen bereits, dass seit Anfang Juli 2008 das Mitführen einer Sicherheitsweste und eines Warndreiecks Pflicht ist. In Spanien müssen sogar zwei Warndreiecke im Kofferraum liegen. In Italien, ebenso wie in Polen, Österreich oder Portugal genügen eine Sicherheitsweste und ein Warndreieck.

Autofahrer, deren Weg durch Deutschland, Großbritannien oder Belgien führt, sollten sich mit einem Warndreieck ausrüsten, einer Leuchtweste bedarf es nicht zwingend. In Belgien, Deutschland und Großbritannien muss jedes Auto außerdem über einen Erste-Hilfe-Kasten verfügen. Des Weiteren gehört in Belgien ein Feuerlöscher zur erforderlichen Ausstattung.

Glimmstängel ade

Apropos Feuerlöscher: Diesen benötigt man vielleicht, um seine frisch angezündete Zigarette gleich wieder auszumachen. In immer mehr Ländern gilt ab 2008 ein Rauchverbot an öffentlichen Plätzen - auch in Bars, Cafés und Clubs, in denen man sich in der Urlaubszeit bevorzugt tummelt. In folgenden Ländern ist der Glimmstängel bereits verboten: Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland (obwohl sich die Griechen wacker gegen das neue Gesetz stellen), Irland, Italien, Lettland, Litauen, Malta, Niederlande, Slowakei, Slowenien und Ungarn.

Die meisten Länder tolerieren jedoch den Tabakkonsum in isolierten, belüfteten Raucherzonen, mit Ausnahme von Litauen und Schweden, wo das Gesetz diesbezüglich sehr streng ist. Eingeschränkte Verbote gelten in Portugal, der Tschechischen Republik und Rumänien. In Deutschland wurde das Rauchverbot kürzlich als verfassungswidrig erklärt, weil es das “Grundrecht auf freie Berufsausübung der Lokalinhaber verletzt“.

Länder wie Luxemburg oder Spanien haben Gesetze erlassen, die an die Öffnungszeiten, die Kategorie des Lokals oder die Größe der Einrichtung angeglichen sind. Auch in den berühmten Irish Pubs kann man es vergessen, ein kühles Guinness bei einem Glimmstängel zu schlürfen: Das Verbot gilt bereits seit 2007!

Alkohol am Steuer

©organicc/flickrNach einer durchzechten Nacht sollte man in ganz Europa auf mögliche Alkoholtests gefasst sein. Der gesetzlich tolerierte Alkoholpegel ist von Land zu Land sehr verschieden. Während die Inseln (Zypern, Malta, Vereinigtes Königreich, Irland), mit gesetzlich erlaubten Grenzwerten zwischen 0,8 und 0,9 mg/ml, scheinbar toleranter sind, kennt Festlandeuropa kein Pardon in puncto Alkohol am Steuer. Nicht mehr als 0,5 mg/ml sind in Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Slowenien und Spanien erlaubt. Der zulässige Alkoholspiegel beträgt in Litauen 0,4 und in Schweden und Polen 0,2 mg/ml.

Aufgepasst: In Estland, Ungarn, Lettland, der Tschechischen Republik, Rumänien und der Slowakei sollte man besser die Finger von Aperitif und Co. lassen, wenn man danach noch Auto fahren muss. Der Zeiger bei einem Alkotest muss in diesen Ländern auf null stehen.

ET nach Haus telefonieren

Freunde im Ausland anrufen ist teuer. Nicht nur für denjenigen, der anruft, sondern auch für den Gesprächsempfänger. Die EU bemüht sich redlich, die Telefontarife zu senken. Seit diesem Jahr kostet ein Anruf aus dem Ausland 0,46 Euro, während der Gesprächsempfänger 0,22 Euro zahlt. Diese Preise dürften im Jahr 2009 auf 0,43 Euro und 0,19 Euro gesenkt werden.

Hals- und Beinbruch

Partygänger, die mit Sangria deutlich einen über den Durst getrunken haben, oder Touristen aus dem hohen Norden, die einen Hitzeschock erlitten haben, müssen nicht in Panik ausbrechen. Sie sind versichert. Seit vier Jahren gibt es eine europäische Krankenversicherungskarte. Diese ist kostenlos, wenn man in seinem Land krankenversichert ist, und gilt in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU, sowie in der Schweiz, in Norwegen, Island und Liechtenstein.

Griechischer Wein

©2 bella lando*/flickrFür Reisen innerhalb Europas gelten gewisse Zollbestimmungen. Trotzdem kann man seinen Genießerfreunden günstig Tabakwaren und einen guten Wein aus dem Urlaub mitbringen. Selbst in relativ großen Mengen, wenn gewünscht. Die durch die Zollbehörden festgesetzte Grenze liegt bei 800 Zigaretten, einem Kilo Tabak, 10 Litern hochprozentigem Alkohol und 90 Litern Wein. Wer jedoch Glimmstängel aus Ländern wie Polen, Estland, Lettland oder Ungarn einführen möchte, darf nur 200 Zigaretten mitnehmen! Es ist also besser, seine Zigaretten in Spanien zu kaufen, wo die Packung zwischen 2,50 und 3,00 Euro kostet, oder in Italien, wo man zwischen 3,50 und 4,00 Euro dafür ausgibt.