Europa 2007

Artikel veröffentlicht am 21. Dezember 2006
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Artikel veröffentlicht am 21. Dezember 2006

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Was erwartet unseren Kontinent im nächsten Jahr? Ein Ausblick auf kommende Ereignisse und Politiker, die wichtig werden.

Januar 2007: Das neue Gesicht der Europäischen Union

Slowenien tritt der Euro-Zone bei

Von den Staaten, die im Mai 2004 der EU beigetreten sind, ist der Alpenstaat das erste „Neumitglied“, dass die europäische Einheitswährung übernimmt. 250 Tolar werden plötzlich zu einem Euro – den die Slowenen freudig willkommen heißen.

Bulgarien und Rumänien – die EU-Neulinge

Nach sieben Jahren intensiver Verhandlungen bekamen zwei weitere postkommunistische Länder grünes Licht, der EU-Familie beizutreten. Doch derzeit sind sie durch Korruption und organisiertes Verbrechen geschwächt. In Anbetracht dessen wurden von der Union scharfe Auflagen verhängt, damit die beiden Balkanländer diese Missstände effektiv bekämpfen.

Februar 2007: Russland, Herrscher des Gasmarktes

Das berüchtigte, im Jahr 2005 begonnene Projekt des russischen Konzerns Gazprom soll Anfang 2007 erste Früchte tragen. Die geplante Ostsee-Pipeline wird Vyborg und Greifswald über die gigantische Länge von 1200 Kilometern verbinden.

Das Projekt entzündete vor allem in Polen und der Ukraine heiße Diskussionen. Die beiden Nationen fühlen sich umgangen, da die Transportroute für Gas aus Russland nicht mehr über ihr Gebiet führt und die Länder somit die Kontrolle über Europas Gashähne verlieren.

März 2007: Die EU/ EG wird 50

Am 25. März 1957 wurde die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) geschaffen. Die „legendären Sechs“ Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Niederlande und Luxemburg unterzeichneten die Römischen Verträge und riefen so die EWG ins Leben.

Später wurden daraus die Europäische Gemeinschaft (EG) und die Europäische Union (EU). Bis es in dieses fast biblische Alter gelangte, erlebte das europäische Projekt jedoch schmerzhafte Rückschläge. Doch die Staaten konnten diese jedesmal aufs Neue abschütteln und arbeiteten hartnäckig als Team weiter.

Obwohl die EU alle ursprünglich zu diesem Ereignis geplanten pompösen Veranstaltungen zu ihrem Jubiläum absagte, kann man ruhig seine Gläser erheben und einen Trinkspruch ausgeben: Auf ein langes Leben!

April 2007: Royal gegen Sarkozy

Monatelang schien die Kandidatur von Nicolas Sarkozy für die französische Präsidentschaft auf sicherem Boden zu stehen. Doch inzwischen sehen die Dinge anders aus. Sarkozy kann sich noch nicht einmal sicher sein, gegen welchen weiblichen Gegner er sich schützen und wann er in Deckung gehen soll. Die Verteidigungsministerin und Parteigenossin Sarkozys, Michele Alliot-Marie, hat seine Kandidatur vehement angefochten. Derweil hat die sozialistische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal die Herzen ihrer Parteifreunde und die europäischer Journalisten längst gewonnen.

Mai 2007: Bye, bye Tony Blair

Nach fast zehn Jahren an der Macht hat Tony Blair, britischer Premierminister und Vertreter von „New Labour“, das Wohlwollen der Wähler verloren. Sein Rücktritt steht bevor. Sein Stellvertreter, Finanzminister Gordon Brown soll die Amtsgeschäfte übernehmen. Wird sich Tony aus der Politik zurückziehen, oder greift er nach der Krone der Europäischen Union?

Juni 2007: 27 Häuptlinge, eine Verfassung

Ist die Verfassung der EU gestorben, bevor sie geboren wurde? Oder ist eine Wiederbelebung in allerletzter Minute noch denkbar? Wird die Führung der EU zum Chirurgenbesteck greifen oder doch eher zur Totengräberschaufel? Am Ende der deutschen Ratspräsidentschaft wird diese Frage den Brüsseler Gipfel der 27 Staatschefs bestimmen.

Juli 2007: Portugal übernimmt den Stab

José Socrates wird der Herrscher der EU für die nächsten sechs Monate. Wird die

Union in seinen Händen grüner werden? Schließlich stehen der Ausbau von Umweltdienstleistungen und eine neue Ära des Emissionshandels auf der Tagesordnung.

August 2007: Die humanitären Hilfskräfte kehren heim

Die UN-Mission im Irak verlässt mit dem Auslaufen des Mandats das Land. Mit dabei sind humanitäre Hilfskräfte aus der EU. Diese Frauen und Männer erfüllen inmitten der irakischen Stammesfehden und der ständig anwachsenden Gewalt der Sekten das Vermächtnis des in Bagdad ermordeten UN-Sonderbeauftragten Sergio Mello.

September 2007: Der UN-Bevölkerungsfond zählt

Es gibt 300 Millionen US-Amerikaner – wird die EU mit Rumänien und Bulgarien im Boot 500 Millionen erreichen? Der Bericht des UN-Bevölkerungsfonds sollte einige Antworten liefern. Ebenso wird erwartet, dass er brandheiße Themen wie die Einwanderung in die EU angeht und uns dabei Namen wie die spanischen bzw. italienischen Exklaven Melilla und Lampedusa wieder ins Gedächtnis ruft.

Oktober 2007: Tschechien wird „schengenisiert“

Tschechien, EU-Neuling des Jahres 2004, tritt dem Schengener Abkommen bei und integriert sich damit noch stärker in Europa.

November 2007: Wahlen in der Türkei

Die Türkei klopft seit 1963 unermüdlich an die Tür der EU. Die Bemühungen erreichten ihren Höhepunkt im Jahre 2004. Nichtsdestotrotz war die EU gezwungen, seitdem einen Verhandlungsschritt nach dem anderen zurückzumachen. Diese Wahlen werden mitentscheiden, ob die Union die Türkei jemals aufnehmen wird oder nicht.

Dezember 2007: Slowenien vor der EU-Präsidentschaft

Es wird ein besonderes Jahr für Slowenien. Unser Ausblick auf 2007 begann mit dem historischen Beitritt des Landes zur Eurozone. Wir beenden den Ausblick mit der Frage, wie das vormals kommunistische Land die Geschicke der EU wohl im Jahr 2008 lenken wird. Slowenien jedenfalls hat klare Vorstellungen, wie es die Union führen und politisch vergrößern will. Es wird spannend, was für eine EU es sechs Monate später an Frankreich übergeben wird.