Eurofamilie steht Griechenland in der Krise bei

Artikel veröffentlicht am 26. März 2010
Artikel veröffentlicht am 26. März 2010

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Die Euroländer haben sich am Donnerstagabend auf einen Notfallplan für Griechenland geeinigt. Bilaterale Kredite sollen künftig mit Hilfen des Internationalen Währungsfonds kombiniert werden. Der Plan zeigt nach Ansicht der Presse zwar Europas Willen, die Krise gemeinsam zu bewältigen, aber er stellt auch die Währungsunion in Frage.

Politiken: „Bittere IWF-Medizin für Griechenland“; Dänemark

Mit der Zusage von Krediten und der Einbeziehung des Internationalen Währungsfonds (IWF) setzen die Euroländer ein Zeichen im Kampf gegen die griechische Krise, lobt die Tageszeitung Politiken: "Das ist eine gute Entscheidung. Zum einen hat der IWF Erfahrung darin, Schuldenkrisen zu meistern - zuletzt in EU-Ländern wie Lettland, Ungarn und Rumänien. Zum anderen zögert der IWF nicht vor harten Eingriffen. Und das braucht man in Griechenland. Aber es ist wichtig, dass auch die anderen Euroländer sich am Rettungsplan beteiligen. Sie senden damit ein deutliches Signal, dass man nicht zulassen wird, dass die Finanzmärkte den Euro knacken. Mit der Kombination aus bitterer IWF-Medizin, die Griechenland [...] verabreicht wird, und dem deutlichen Signal an die Finanzmärkte, dass man in guten wie in schlechten Zeiten zusammensteht, haben die Euroländer wieder ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, großen Herausforderungen begegnen zu können." (Artikel vom 26.03.2010)

De Standaard: „In der Eurofamilie wird es nie wieder so sein wie früher“; Belgien

Die Einrichtung des Notfonds für hoch verschuldete Staaten schafft eine wichtige Grundlage für die europäische Integration, schreibt die Tageszeitung De Standaard: "Die Euro-Krise [...] hat uns gefährlich nah an den Abgrund gebracht. Aus der eigentlich undenkbaren Vorstellung eines Scheiterns der Einheitswährung wurde nach und nach eine ernstzunehmende Möglichkeit. [...] Die Anfälligkeit der Währungsunion, die ohne eine vereinigte politische Autorität auskommen muss, war von Anfang an bekannt. Aber erst jetzt begreifen wir wirklich, dass ein Konstruktionsfehler zum Einsturz des ganzen Gebäudes führen kann. Es war eine ernüchternde Erfahrung, aber eine nützliche und notwendige. In der Eurofamilie wird es nie wieder so sein wie früher. Die Rolle Deutschlands in Europa wurde gestärkt. Andere können nicht mehr auf dem deutschen ökonomischen Erfolg gratis mitschwimmen. Sie müssen Mitverantwortung tragen für die Kreditwürdigkeit des ganzen Clubs." (Artikel vom 26.03.2010)

La Stampa: „Einbeziehung des IWF laut EZB gefährlich“; Italien

Die vor allem von Deutschland geforderte Integration des Internationalen Währungsfonds (IWF) in den Notfallplan gefährdet den Euro, meint die liberale Tageszeitung La Stampa: "Bisher stützte sich die Stabilität der Währungsunion auf den grundsätzlichen Einklang zwischen der Regierung Deutschlands und der Leitung der Europäischen Zentralbank [EZB]. Berlin schlägt jetzt aber [mit der Einbeziehung des IWF] eine Lösung für Griechenland vor, die laut EZB gefährlich ist für die Zukunft des Euro. Deshalb weht ein neuer Wind der Beunruhigung durch den Eurotower von Frankfurt. Es ist ein trauriges Paradox, dass ausgerechnet das Land destabilisierend auf die Gemeinschaftswährung einwirkt, dessen öffentliche Meinung am meisten Interesse an einer stabilen Währung bekundet."

(Artikel vom 26.03.2010)

Foto: ©Georges Papandreou/flickr