EU-Afrika Gipfel

Artikel veröffentlicht am 20. Dezember 2007
Artikel veröffentlicht am 20. Dezember 2007
Sieben Jahre lagen zwischen den ersten beiden EU-Afrika Gipfeln. Der letzte hat nun gerade am 8 und 9 Dezember in Portugal stattgefunden. Die Annahme der europäischen Einladung durch Robert Mugabe, Präsident von Simbabwe, wurde mit Druck von britischer Seite erwidert: Premier Gordon Brown verzichtete auf seine Teilnahme am Gipfeltreffen.
Die Beziehung der beiden Staaten wird seit sechs Jahren von einer schweren Krise überschattet. Diese angespannte Atmosphäre hielt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht davon ab, Kritik an andauernden Menschenrechtsverletzungen auf dem afrikanischen Kontinent zu üben. Dabei hob sie insbesondere Vorkommnisse innerhalb Simbabwes hervor.

Nichtsdestotrotz könnte das Treffen in Lissabon den Beginn einer neuen Kollaboration der beiden Kontinente bezeichnen, auch wenn die geplanten Wirtschaftspartnerschaftsankommen (EPA) seitens der Afrikanischen Union auf Ablehnung gestoßen sind.

Eine Beziehung auf gleicher Augenhöhe

Mit dem Ende des Gipfels  am 9 Dezember wurde eine Erklärung mit dem Ziel verabschiedet, die neuen Leitlinien der „gleichberechtigten“ Partnerschaft zwischen den beiden Ufern des Mittelmeers festzusetzen. „ Es ist wichtig (...) auf die Denkstrukturen vergangener Epochen bewusst zu verzichten, denn diese könnten die legitimen Rechte der Afrikaner einschränken“ betonte der Komissionspräsident der Afrikanischen Union, Alpha Oumar Konaré gegenüber dem französischen Radiosender RFI.

Die europäischen Bemühungen um Klarheit in den euro-afrikanischen Beziehungen sind konform mit einer Entwicklung, in welcher sich der Afrikanische Kontinent im Zentrum der weltweiten Aufmerksamkeit befindet. Die bisherige wirtschaftliche Vormachtstellung der Europäer auf dem schwarzen Kontinent bedarf mittlerweile einer resoluten Verteidigung. Schließlich befindet sich die aufstrebende Wirtschaftsmacht China auf direktem Wege diese Position abzulösen: das wirtschaftliche Defizit der EU verdoppelte sich allein in den letzen sechs Jahren auf nunmehr 35 Millionen Euro. Brüssel bezieht vor allem Rohstoffe vom schwarzen Kontinent: Kohle aus Südafrika, Lybien und Algerien für die Erdölproduktion, während der europäische Export eher auf verarbeitete Produkte konzentriert ist: Fahrzeuge, Maschinen und Chemikalien. Insgesamt gehen 40% des EU Exports nach Afrika: ein Anteil der den Aufwand wert ist.

Anwerbung möglichst qualifizierter Arbeitskräfte

Zumindest erfolgte die Festsetzung eines Zeitplans für weitere Verhandlungen über  das EAP. „Wir planen weitere Treffen, um die bestehenden Abkommen weiterzuentwickeln“  bestätigte der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade gegenüber dem Südafrikanischen Magazin Mail & Guardian. „Ich bin in jedem Falle einverstanden mit dem Bestreben, die Partnerschaft neu zu definieren.“  Allein zur Immigrationspolitik einigte man sich auf 8 Schwerpunkte, deren Umsetzung bis 2010 geplant ist. Letztendlich ist die Europäische Union bis 2028 auf 20 Millionen Immigranten angewiesen. Eine Art „Blue Card“ für besonders qualifizierte Arbeitskräfte ist bereits in Entwicklung. Weiterhin steht auch der Termin für die Eröffnung eines europäischen Büros in Mali. Ab März 2008 wird es sich mit zwei konkreten Zielen befassen: Information und Rekrutierung von afrikanischen Immigranten.

Johara BOUKABOUS

Übersetzt von: Waleria Schüle