ETA tötet wieder: Das Echo des Terrors von Bombay in Europa

Artikel veröffentlicht am 10. Dezember 2008
Artikel veröffentlicht am 10. Dezember 2008

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Ich höre das Echo am 3. Dezember weniger als 100 Kilometer von meinem Haus entfernt. Ein Mann fällt nach wiederholten Schüssen in Brust und Bauch zu Boden. Es schmerzt in diesen Momenten, ein Baske zu sein. Die terroristische Gruppe verflucht uns zum Leben in der Hölle dieser Identität.

Während ich diesen Artikel begann, starb gerade das letzte Opfer der ETA und mit ihm eine weitere Hoffnung. Es hinterlässt eine weitere Wunde, die diese Stadt erstickt. Unsere Ideale werden zu Tod und Vernichtung pervertiert, unsere Heimat zur Guillotine.

In den 50 blutigen Jahren ihrer Existenz hat uns die ETA 825 Gründe gegeben, uns miserabel zu fühlen.

Es ist Nummer 825. In den 50 blutigen Jahren ihrer Existenz hat uns die ETA 825 Gründe gegeben, uns miserabel zu fühlen. Jedes Mal ist es grausamer und unnötiger. Jedes Mal möchte ich mir einbilden, es sei das letzte Mal. Aber die ETA bleibt bei der Überzeugung, uns befreien zu müssen, uns vor uns selbst zu retten. Eigentlich wollen wir jedoch sie retten. Wie der französische Autor und Philosoph Albert Camus es sagte, „Ich wollte, ich könnte mein Land und dabei auch noch die Gerechtigkeit lieben.“

©sagabardon/flickrSie sind mutig mit ihren Waffen. Sie sind die Weisen, die lieber töten als für ihr Land zu sterben. Sie sind die Freiheitskämpfer, die ihr eigenes geliebtes Volk töten. Sie sind die Helden, die unsere Träume in Albträume verwandeln. Sie sind die wahren Patrioten, die authentischen abertzales, die Wächter über die baskische Seele, die einzigen, die es wert sind, über Leben und Tod zu entscheiden.

Fast schon muss man über sie lächeln, sie, mit ihrem Wunsch nicht zu töten, nicht zu bedrohen und nicht zu korrumpieren. Heute tun sie uns leid, sie ekeln uns an, und das immens. Ihr Volk liebt sie nicht. Ihr Patriotismus ist unnötig. Sie werden von Mal zu Mal weniger - und vor allem feiger.

Terrorismus ist ein unglückliches Schicksal, das die Basken mit so vielen anderen Ländern, Kulturen und Religionen teilen. Minderheiten leben in Angst und sind machtlos angesichts der Unermesslichkeit der Globalisierung. Das Echo jeder Bombe, jeder Kugel, jeden Todes und jeder Bedrohung erreicht unser Ohr und wir können nicht gleichgültig bleiben. Wie Ernest Hemingway es ausdrückte, „wem die Stunde schlägt“ in Bombay, New York, Libanon, Bali, London, Palästina, Madrid, Bagdad, Azpeitia oder Kabul. In jeder Zelle, in jedem Internierungslager oder Gefängnis, wo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden und jemand gefoltert wird, in jedem Krieg oder Konflikt, der von deinem Land provoziert und unterstützt wird, wo Menschen getötet oder ins Exil und in Flüchtlingslager getrieben werden. Die Stunde schlägt nicht dir.

Die EU als Test der Zukunft

Es schmerzt nicht nur, Baske zu sein, sondern ein Bewohner dieser Welt. Wenn wir fern sehen, Radio hören, die Zeitungen lesen, schmerzt es festzustellen, dass wir noch nicht einmal im 21. Jahrhundert begriffen haben, dass die Stunde nicht nur einem einzelnen hier und dort schlägt, sondern für jeden von uns. Wir sind Brüder, Cousins, Mitglieder einer einzigen großen Familie, die dazu verurteilt ist, sich gegenseitig zu verstehen. Die EU ist genau dafür ein hervorragender Test. Jahrhunderte heftiger Kämpfe, Brüderkriege und Auseinandersetzungen kamen zu einem Ende und machten Platz für ein Projekt der Zusammenarbeit. Keine andere Zukunft ist möglich. Wenn wir denn eine wollen.