Erstes „Europe on the Ground“ unterwegs für Pariser Stadtgeflüster

Artikel veröffentlicht am 18. Dezember 2007
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Artikel veröffentlicht am 18. Dezember 2007
Im Rahmen der „Europe on the Ground“ (EOTG) ging es diesmal NACH PARIS! 5 Dezember 2007. Es regnet in Paris. Aber wen interessierts? So ein paar Regentropfen könnten unseren babelianischen Journalisten nicht wirklich Steine in den Weg legen.
Welch eine Mischung übrigens: eine Polin, eine Estin, eine Italienerin und ein Portugiese passieren gerade gemeinsam die „Rue de Paname“, mitten im Herzen der Stadt der Liebe.

Kadri, Elisa, Natalia, Jorge. Vier Namen und ein gemeinsames Gesicht: Cafébabel.

Durch die Veranstaltung der EOTG bekommt das Internetmagazin ein menschliches Gesicht. Zum einen stellen die EOTG‘s Untersuchungen mit dem Ziel dar, Diskussionen und Reflexionen zu diversen gesellschaftlichen Themen und den Kolumnen von Cafébabel anzuregen. Gleichzeitig steht aber etwas anderes im Vordergrund. In erster Linie bieten die EOTG die Gelegenheit zu einem kulturellen Austausch zwischen jenen, die normalerweise nur über ihre Laptop- und Computerbildschirme miteinander kommunizieren oder aber sich in längeren Abständen mal  bei der Hauptversammlung über den Weg laufen.

Nach 72 Stunden reiner Versammlungszeit, 15- einhalb Kaffee im Martini Café, 1457 emails (davon dreiviertel von Ruth und Jean-Séb) findet sich diese kleine multikulturelle Runde letztendlich in Paris zusammen um gemeinsam zu arbeiten. Naja, ab und zu einen Kaffee wird man sich wohl auch mal gönnen!

Aber wer sind denn eigentlich diese jungen Europäer die hier zusammentreffen?

Elisa, Praktikantin bei Babel International, erlebte keinen allzu großen Kulturschock. In einem ganzen Jahr des puren Pariser Wahnsinns hatte sie genug Zeit sich daran zu gewöhnen. Sie fühlte sich daher auch nicht unwohl bei ihrer Studie zu der „Inkrafttretung des Anti-Rauch Gesetzes an öffentlichen Orten“ (Bars, Restaurants, Gaststätten). Für diese machte sie nämlich die Runde bei den Pariser Tabakhändlern und Shisha-Laden Besitzern. Da Elisa eigentlich ursprünglich aus Turin stammt, hatte sie bereits Erfahrung auf dem Gebiet. Italien war unter den ersten europäischen Ländern in denen das Anti- Tabak Gesetz, auf eine eher radikale Weise, im Januar 2005 umgesetzt wurde.

Natalia, unsere Polnische Redakteurin, war ihrerseits in den Straßen von Marais unterwegs. Sie recherchierte für ein einzigartiges Projekt: „Das Verhältnis der jüdischen und homosexuellen Gemeinschaften in Marais“. Diese leben dort Seite an Seite. Natalie wollte gerne wissen, wie die beiden Gesichter von Marais eigentlich zu einander stehen und im Alltag miteinander umgehen.

Kadri ist die Babelianerin aus dem kalten Norden. Eingemummelt in einen dicken grau-weißen Mantel, einen schweren Schal und den dazu passenden Fäustlingen führte sie Befragungen all derer, die mit der „Krisenhaften Wohnungslage in Paris“ vertraut sind. In Estland, wo das Alltagsgeschehen maßgeblich von der Unterscheidung zwischen russischen und „wahren“ Esten dominiert wird, ist die prekäre Wohnungssituation nicht ganz so extrem wie in Paris. Kadri hatte hierbei einen ziemlich vollen Zeitplan.

Last but not least, Jorge, der „digitale Begleiter“ dieser Ausgabe. Jorge war verantwortlich für eine Photoreportage mit dem Namen: „Das andere Paris, das Paris der Obdachlosen und Benachteiligten“. In den drei Tagen war Jorge damit beschäftigt mit seiner Kamera dieses widersprüchliche Paris einzufangen: inmitten all der Weihnachtsdekorationen und der Kaufwut, welche zur aktuellen Jahreszeit das Bild von Paris bestimmen: eine merklich weniger prunkvolle Welt.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wie auch die Galerie von Jorge werden euch demnächst auf cafébabel.com präsentiert. Also habt ein wenig Geduld....

Sophie Helbert & Jean-Sébastien Lefebvre

Übersetzung : Waleria Schüle & Matthias Jakob Becker