Erasmus: 20 Jahre und kein bisschen müde!

Artikel veröffentlicht am 14. Januar 2009
Artikel veröffentlicht am 14. Januar 2009
Erasmus hat bereits 1,5 Millionen jungen Leuten ermöglicht, in anderen Ländern Europas zu studieren. Ein Einblick in eine 100-prozentig europäische Erfahrung. Die Zahlen eines Erfolges.

Im Herbst 1987 traten zum ersten Mal Studenten ein Auslandssemester an, 3.244 an der Zahl. Das Programm war gerade erst durch den Einsatz der Association des états généraux des étudiants de l’Europe (AEGEE) gestartet worden. Der Leiter von AEGEE war ein gewisser Franck Biancheri, damals 27 Jahre alt, der als erster das Erasmus-Projekt vorgeschlagen hatte.

Strahlemann Barroso

©Tiago A.Pereira/flickrDer französische Präsident François Mitterrand ist von der Idee überzeugt und verteidigt sie vor den europäischen Institutionen. Er geht sogar so weit, zu erklären, dass er es als „inakzeptabel“ erachtet, „dass man nicht die paar Millionen ECU für das Programm aufbringen kann, wenn man Milliarden in die Landwirtschaft steckt“.

Zum 20. Jahrestag von Erasmus im Jahr 2007 zog man Bilanz: 1,5 Millionen junger Leute profitierten bereits von Erasmus und jedes Jahr machen 150.000 neue Studenten ein Auslandssemester. Das Programm hat sehr viel Lob erhalten: „Erasmus ist ein Symbol für das, was Europa am besten macht. Ein Europa des Konkreten, ein Europa der Ergebnisse“, meinte José Manuel Barroso, der Präsident der EU-Kommission.

Große Vorhaben

©Tiago A.Pereira/flickrDie Europäische Union gibt sich ehrgeizig für die Zukunft ihres Lieblingsprojekts. Für die Zeitspanne 2007/2012 liegt das Ziel bei 1,5 Millionen Studenten (genau so viel wie in 20 Jahren), wofür 3,1 Milliarden Euro bereitgestellt wurden.

Ein wenig Bescheidenheit muss jedoch sein

Nur 1% der europäischen Studenten nimmt an Erasmus teil!

Der beträchtliche Erfolg des Programms muss allerdings relativ gesehen werden. Nur 1% der europäischen Studenten nimmt an Erasmus teil, was noch immer ein sehr geringer Anteil ist. Für den Zeitraum 2000/2006 wurden 930 Millionen Euro in das Programm gesteckt; jeder Student erhält ein durchschnittliches Stipendium von 150 Euro pro Monat. Dieser Betrag wurde jedoch seit 1993 nicht mehr angehoben, was bedeutet, dass der Anstieg der Lebenserhaltungskosten und der Unterkünfte und vor allem auch die Preisunterschiede in den verschiedenen Ländern außer Acht gelassen wurden.

Lesen Sie nächsten Freitag unseren zweiten Teil in der Sonderserie über Erasmus: Eine junge, nach Madrid ausgewanderte Deutsche erzählt uns von ihren ersten Monaten in der spanischen Hauptstadt.