Entwicklungsländer: Unser Geld - ihr Schicksal

Artikel veröffentlicht am 7. Dezember 2010
Artikel veröffentlicht am 7. Dezember 2010
Wozu dienen die Millionen von Euro, die europäische Haushalte an Entwicklungsprogramme in der ganzen Welt spenden?
Begleitet von einem belgischen Fernsehteam haben sich junge Europäer auf den Weg nach Afrika und nach Haiti gemacht, um genau dies im Rahmen des Projekts « Unser Geld, ihr Schicksal » (« C'est notre argent, mais leur destin ») unter die Lupe zu nehmen, indem sie die Arbeit der NGOs beobachteten, die Tag für Tag der lokalen Bevölkerung die zur Entwicklung notwendigen Mittel in die Hand geben.

« Wir sind zur Entwicklung verpflichtet. Dieses Gesetz gilt sowohl für die Geschichte der Menschheit als auch für das Leben jedes einzelnen Menschen. » Aus diesem Ausspruch einer Figur aus dem Roman Pornografia (1960) des polnischen Schriftstellers Witold Gombrowicz haben die Mitarbeiter der NGOs schon seit langem eine ganz praktische Schlussfolgerung gezogen: Man muss jenen Menschen helfen, die nicht selbst über die notwendigen Mittel verfügen, um die Entwicklung ihrer Länder und Regionen voranzubringen. Im Vorfeld der am 6. und 7. Dezember 2010 in Brüssel stattfindenden Europäischen Entwicklungstage ermöglichte es das Projekt « Unser Geld, ihr Schicksal » jungen Europäern, sich in Begleitung eines belgischen Fernsehteams in mehrere Länder zu begeben, wo humanitäre Hilfe zum Alltag gehört - nach Madagaskar, Südafrika, Burundi, in den Kongo und nach Haiti. Während ihres Aufenthalts trafen und interviewten sie Mitglieder von zahlreichen NGOs: Caritas, DMOS-Comide (« Missonarische Entwicklungskooperation », eine belgische NGO), Entraide&Fraternité (« Gegenseitige Hilfe und Brüderlichkeit ») sowie ACF (« Action contre la Faim », Aktion gegen den Hunger), die alle aus Mitteln der Europäischen Union, dem größten Geldgeber in der internationalen Entwicklungshilfe, mitfinanziert werden. Drei Erfahrungsberichte in Bildern.

Madagaskar: Autonomie durch Bildung

Alexandra und Medea besuchen die Salesianergemeinschaft von Ivato, die mit Unterstützung der NGO Comide 200 Jugendliche zwischen 12 und 22 Jahren betreut: Waisen und Jugendliche in schwierigen sozialen, familiären oder schulischen Situation erhalten hier eine menschliche und berufliche Ausbildung, die ihnen dabei helfen soll, Arbeit zu finden und sich in die madagassische Gesellschaft zu integrieren. Auch 60 Jahre nach der Unabhängigkeit 19 afrikanischer Staaten nagt das Schuldgefühl mit Blick auf den Kolonialismus noch an den jungen Europäern.

Südafrika: Wiedereingliederung der Zurückgelassenen und Vergessenen

Anschließend überqueren die Reporter die Straße von Mosambik und begeben sich nach Südafrika, wo 2010 das 20-jährige Jubiläum der Befreiung Nelson Mandelas gefeiert wird. In Kapstadt ermöglicht das Salesianische Institut jungen Frauen und Männern, die auf der Straße leben oder Opfer von Gewalt wurden, eine Ausbildung, um ihnen die für die Arbeitssuche notwendigen Informationen und Fähigkeiten zu vermitteln.

Haiti: Entwicklung heißt...

In Port-au-Prince trifft Anna, ehemalige Praktikantin bei cafebabel.com, Julie, die bereits in Burundi und im Kongo war. Acht Monate danach hat sich Julie als Projektkoordinatorin in der NGO Action contre la Faim (ACF) in Port-au-Prince engagiert. Gemeinsam mit ihr lernen wir rund zehn junge Männer und Frauen kennen, die sich dafür entschieden haben, sich persönlich in einem Land zu engagieren, in dem seit Monaten Ausnahmezustand herrscht.

Weitere Reportagen des Projekts „Unser Geld, ihr Schicksal“ aus Burundi und dem Kongo auf unserem Babelblog Chez moi en Europe (Bei mir in Europa).

Mit Unterstützung der Europäischen Kommission - Generaldirektion Entwicklung und Außenbeziehungen mit den AKP-Staaten

Fotos: ©André Bossuroy