EM 2008: VIVA ESPAÑA!

Artikel veröffentlicht am 30. Juni 2008
Artikel veröffentlicht am 30. Juni 2008

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1:0. Die spanische Nationalelf hat sich am Sonntag im EM-Finale gegen eine müde deutsche Mannschaft durchsetzen können. Die diesjährige Europameisterschaft belohnt damit eindeutig 'offensiven Fußball'.

Die Spanier galten als einer der Favoriten und haben ihre Fans trotz des schlechten Wetters in Österreich und der Schweiz nicht im Regen stehen lassen. Die Mannschaft von Luis Aragonés konnte während des gesamten Wettbewerbs mit 5 gewonnenen von 6 Spielen, 12 geschossenen und nur 3 einkassierten Toren glänzen. Im Finale gaben sie sich ganz im Tenor dieser EM 2008: offensiver Fußball, der Wille und vor allem eine gehörige Portion Glauben an den Sieg.

Indiskutabel: Der beste Torjäger des Wettbewerbs, der Spanier David Villa, hat die Vorrundenspiele mit erstaunlicher Leichtigkeit überflogen und konnte Spanien gegen Russland, Schweden und Titelverteidiger Griechenland zum EM-Sieg schießen. Im Viertelfinale mussten die italienischen Weltmeister sich gegen Spanien geschlagen geben: Im Elfmeterschießen waren die Nerven der ‚rot-gelben‘ Meister nach einem relativ ausgeglichenen Spiel einfach stärker. Ein erneuter Sieg gegen die russische Nationalelf sowie ein eindeutig offensiveres Finale seitens der Spanier haben der Mannschaft von Kapitän und Torhüter Iker Casillas den Traum ermöglicht, nach langen 44 Jahren den Sieg bei einem internationalen Wettbewerb heim zu holen.

Bitter: Deutschland und Italien

©rchappo2002/felmar73/flickrDie deutsche Nationalelf muss den Kopf nicht in den Sand stecken. Mit ihrer direkten und effizienten Spielweise konnten die Mitstreiter von Michael Ballack die portugiesische und türkische Mannschaft auf dem Weg zum Finale vom Rasen fegen. Doch wie sich bereits in der Vorrunde gegen Kroatien (1-2) angedeutet hatte, war die von Trainer Joachim Löw vorgesehene Verteidigungsstrategie nicht auf der Höhe, um die besten Stürmer Europas aufzuhalten - unter ihnen Fernando Torres, der das einzige Tor im Finale schoss.

Auch Weltmeister Italien musste einige Niederlagen einstecken: Bereits in der ersten Begegnung mit den Niederlanden kassierten die Spieler von Roberto Donadoni ein 3:0. Und auch im Anschluss konnte sich die Mannschaft nicht von ihrer defensiven Spielart lossagen. Der 2:0-Sieg gegen Frankreich konnte über die Illusion nicht hinwegtäuschen.

Türkische und russische Kämpfer

Die Neuentdeckung der EM 2008 war ohne Zweifel der russische Stürmer Andrei Arschawin, der in dieser Spielsaison bereits im Rahmen des UEFA-Cups punkten konnte. Die explosive Mischung aus Stürmer und Mittelfeldspieler vom Zenit St. Petersburg war der Katalysator einer überraschenden russischen Nationalmannschaft, die kurzum die holländische Elf im Viertelfinale mit 3:1 nach Hause schickte.

Die türkische Mannschaft konnte sich ihrerseits mit übermäßigem Teamspirit und ungebändigter Siegeslust bis ins Halbfinale katapultieren. Gegen die Schweiz, die Tschechen und schlussendlich die Kroaten lag die Mannschaft von Nationaltrainer Fatih Terim zurück und konnte jedesmal auf den allerletzten Drücker das Segel herumreißen. Fast hätte es auch im Halbfinale geklappt, bei dem es kurz vor Abpfiff 2:2 stand: Doch die Deutschen haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und die Türken schlussendlich mit 3:2 besiegt.

Orangene Favoriten

Als klarer Sieger - 3:0 gegen Italien, 4-1 gegen Frankreich und 2:0 gegen Rumänien - war die holländische Nationalmannschaft aus der "Todesgruppe" hervorgegangen. Besonders das offensive Spiel von Marco Van Basten konnte angereiste Fans und Sportkommentatoren begeistern. Doch die gut organisierten Russen konnten sich schlussendlich mit einem 3-0 gegen die Oranjes durchsetzen.

Enttäuschungen

Cristiano Ronaldos portugiesische Nationalelf und Thurams Equipe Tricolore wirkten 2008 abgeschlagen. Auch wenn die Portugiesen zunächst einen vielversprechenden Start gegen die Türken und Tschechen hinlegten, haben sie gegen die Schweizer und später im Viertelfinale gegen die Deutschen 2 Niederlagen einstecken müssen. Die Franzosen sind erst gar nicht im Wettbewerb angekommen. Statisch gegen Rumänien (0:0), weit ab vom Schuss gegen Holland (4:1) und erneut vom Weltmeister Italien geschlagen (2:0): Scheinbar haben Les Bleus ohne ihre Ikone Zinédine Zidane zwischen Fußballnachkömmlingen und alter Spielergarde nicht ins Spiel dieser EM 2008 gefunden. Um den Sieg 2010 bei der WM in Südafrika anzuvisieren, bleibt ein langer Weg für Ribéry und Konsorten.