Eine Kartoffel im Budget

Artikel veröffentlicht am 18. Mai 2006
Artikel veröffentlicht am 18. Mai 2006

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Der Begriff „Budget“ mag banal erscheinen, doch verbirgt sich hinter diesem in der Finanzwelt so viel bemühten Terminus eine interessante Geschichte über – Gemüse. Denn auch wenn das Wort für Franzosen denkbar englisch klingt, so stammt es doch aus der Sprache Molières. Im Mitlelalter war der Vorfahre des budget die bouge, ein beutelartiges Behältnis zur Aufbewahrung von Gemüse, das in jeder bäuerlichen Hütte anzutreffen war. Die kleine Schwester der bouge, die bougette, diente als Geldbörse. Diese kleine bougette wurde von den Engländern in ihre Sprache importiert und schließlich bis zur Unkenntlichkeit entstellt zurückgebracht: Ab Mitte des 19. Jahrhunderts taucht in Frankreich das seltsame Wort budget auf. Und tatsächlich: Spricht man das französische bougette mit dem Akzent einer Jane Birkin aus, so klingt es wie das englische budget. Oh là là - das Englische hat sich tatsächlich in die schöne französische Sprache eingeschlichen! Es fällt allerdings schwer, sich die etymologisch korrekte Formulierung aus dem Mund eines Finanzexperten vorzustellen: „Im Budget fehlt noch eine Kartoffel“!