Ein Skatepark im Schatten des Europäischen Parlaments 

Artikel veröffentlicht am 23. Juli 2014
Artikel veröffentlicht am 23. Juli 2014

Nur ei­ni­ge Schrit­te vom Eu­ro­päi­schen Par­la­ment ent­fernt, be­fin­det sich in Brüs­sel ein gro­ßer blau­er Platz mit Blick auf den Bahn­hof Cha­pel­le. Die­ses Areal ist bei den Ska­tern sehr be­liebt. 

Über das rei­che Stadt­vier­tel Sablon, wo die lu­xu­riö­ses­ten Scho­ko­la­den­ der Stadt in glän­zen­den Schau­fens­tern  dra­piert sind, er­reicht man den Skate­park von der Rue des Ur­su­li­nes. Hier mit­ten im Her­zen Brüs­sels, zwi­schen der Schu­le und der Kir­che, nach der diese Stra­ße be­nannt wurde, ist immer etwas los. Ska­ter und und In­li­ner ver­schie­de­ner Al­ters­klas­sen und Her­kunft, tref­fen sich hier zu jeder Ta­ges­zeit täg­lich. Hier tref­fe ich mich mit Ser­gio und ich merke schnell, dass es der per­fek­te Ort für ein paar Schnapp­schüs­se ist. 

Er be­ob­ach­tet meine Ka­me­ra, lä­chelt freund­lich und stellt sich vor. Ser­gio hat viel zu er­zäh­len…

Die Show be­ginnt und das Pu­bli­kum schaut zu.

Hier die Ska­ter von der Rue des Ur­su­li­nes. 

Die Hände kön­nen unter die­sem Hobby ganz schön lei­den.

Ab auf die Start­ram­pe!

„DIE­SES JAHR NICHT SKA­TEN- SUR­FEN!“

Ser­gio be­schreibt uns die ver­schie­de­nen Be­son­der­hei­ten die­ses Skate­parks. Jedes Jahr las­sen die jun­gen Park­be­trei­ber un­ter­schied­li­che Künst­ler die Ram­pen der Ska­te­an­la­ge be­ma­len. Letz­ten Sep­tem­ber war die Schrift­stel­le­rin Ca­ro­li­ne Bru­not­te an der Reihe: Sie hat mit hell­blau-wei­ßen Wel­len den Ze­ment über­deckt.

Der junge Ska­ter zwei­felt kei­nen Au­gen­blick daran, der beste auf der Rampe zu sein . „Die­ses Jahr ska­ten wir nicht - wir sur­fen“. Er macht Witze und prä­sen­tiert zwi­schen­durch spek­ta­ku­lä­re Akro­ba­tik auf sei­nem Brett. Stür­ze blei­ben nicht aus. Bles­su­ren ge­hö­ren dazu. Er steht wie­der auf. Er zeigt mir seine Nar­ben am Fuß­ge­lenk und auf den Hän­den. Checkt die Fotos, die ich ge­macht habe. Auf ei­ni­gen mag er sich nicht. Er will noch ein­mal sei­nen Flip üben, um sich tech­nisch wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Um Ser­gio herum üben Ska­ter aller Al­ters­klas­sen. 

Wohl­ver­dien­te Pause.

Wahre Liebe gibt es nur unter den Ska­tern.

Die Kratz­spu­ren zeu­gen von Er­fah­rung auf dem Brett. 

JETZT IST DER FLIP PER­FEKT

Ser­gio gönnt sich eine Pause. Er er­zählt von den Kur­sen, die den jün­ge­ren Ska­tern im Früh­ling an­ge­bo­ten wer­den. Er hat selbst hier ge­lernt zu ska­ten. Ich schie­ße ein Foto. Er schaut auf seine Freun­de mit hoch er­ho­be­nem Kopf. Lä­chelt. Am Ende des Schul­ta­ges kommt er di­rekt hier­her, denn seine Schu­le liegt genau um die Ecke. Jedes Mal wenn er hin­fällt, steht er so­fort wie­der auf. Jetzt gibt er sich mit dem rech­ten Fuß Schub, um den nächs­ten Trick zu ma­chen. Ich ver­ab­schie­de mich. Noch ein Foto. Ich läch­le ihn an, er lä­chelt zu­rück. „Jetzt ist der Flip per­fekt“, rufe ich ihm zu.

Hier kann man sogar lesen.

Kur­zer Spa­zier­gang unter den Zu­schau­ern.

Eine wohl­ver­dien­te kurze Pause.

Letz­te Nach­bes­se­run­gen: Alles muss per­fekt sein.

DIESE REPORTAGE WURDE IM RAHMEN DES PROJEKS «EUTOPIA – TIME TO VOTE» GESCHRIEBEN. UNSERE PARTNER FÜR DIESES PROJEKT SIND DIE STIFTUNG HIPPOCRÈNE, DIE EUROPÄISCHEN KOMMISSION, DAS FRANZÖSISCHE AUSSENMINISTERIUM UND DIE STIFTUNG EVENS. BALD FINDET IHR ALLE ARTIKEL AUS BRÜSSEL AUF DER ERSTEN SEITE UNSERES MAGAZINS.