Ein Krokodil mit Appetit auf Europa

Artikel veröffentlicht am 13. Juni 2008
Artikel veröffentlicht am 13. Juni 2008

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Das berühmte Restaurant Au Crocodile in Straßburg führt pünktlich zur französischen EU-Ratspräsidentschaft sein neues Europa-Menü ein.

2005 gab es das Jules-Verne-Menü zum hundertsten Todestag des Schriftstellers, 2006 das Amadeus-Menü in Gedenken an den 250. Geburtstag von Mozart. 2007 kam das TGV-Menü anlässlich der Anbindung Straßburgs an das Netz der französischen Hochgeschwindigkeitszüge. Ab Juli 2008 folgt nun der große Auftritt des Europa-Menüs in diesem berüchtigten Lokal mit seinen zwei Michelin-Sternen nahe der Place Kléber in der europäischen Parlaments-Hauptstadt.

Das Au Crocodile hat sich besonders aufgrund der Originalität seines Angebots einen Namen gemacht. Oder aber, weil es Anfang der 1980er Jahre der Ort war, an dem die Versammlungen des 'Club du Crocodile' stattfanden, einer Gruppe föderalistischer Europa-Parlamentarier unter der Führung von Altiero Spinelli, der jene Debatten anstieß, die 1986 zur Annahme der Einheitlichen Europäischen Akte führten.

©Eneko IlarramendiDieses Jahr haben und Émile Jung, Regenten des Etablissements seit 1971, ein passendes gastronomisches Programm im Rahmen des Ratifizierungsprozesses von Lissabon und der französischen Ratspräsidentschaft ausgeheckt: "Ein Menü mit der Berufung, die geschmacklichen Besonderheiten der 27 EU-Mitgliedsstaaten ans Licht zu bringen", so Monique Jung, Gattin des Restaurantleiters. Ihr Anliegen: "Die Kultur in die Küche zu bringen" und ihre Kunden mit besonderer Diskretion zu empfangen.

Die 'hohe' Kunst der europäischen Küche

©Eneko llarramendi

An der Spitze der 'Koch-Brigade' steht der zweite Mann an Bord: Laurent Huguet, ein Freund klarer Worte. Ihm genügen aussagekräftige Blicke, um sein Team anzuleiten und alle arbeiten mit der Disziplin und dem Eifer einer Rugby-Mannschaft: auch sie sind 15 'Spieler'. Nur ein Murmeln ist zu vernehmen, während sie mit präzisen Handgriffen ihrer Arbeit nachgehen. "Wenn die Küche gut organisiert ist, gibt es keine brüsken Bewegungen. Die Leute bewegen sich geschmeidig, so als ob alles ganz einfach wäre, ohne ein Gefühl von Eile oder Stress", erklärt Huguet. "Die Küche befindet sich im dritten Stock des Gebäudes, zwei Etagen über dem Saal, damit keine Gerüche aufsteigen oder gelegentliche Diskussionen die Ruhe der Gäste stören", so Monique Jung.

Huguet legt besonderen Wert auf "die traditionelle Küche, die mit modernen Geschmäckern und der Würze fremder Kulturen bereichert ist, denn die Gewürze haben bereits die Welt erobert." Aus den europäischen Küchen außerhalb Frankreichs verführen ihn vor allem die italienische und die spanische, wegen ihrer einfachen Gerichte und Produkte, die sich in kurzer Zeit zubereiten lassen und dennoch voller Geschmack sind.

Angela, ich kann Dir das Europamenü empfehlen: Carpaccio an polnischer Pierogi-Paella mit einer deftigen Frankfurter, belgischen Muscheln und Lammnacken 'Irish Stew'./ Danke Nico, ich weiß das zu schätzen, aber ich gehe lieber direkt zum Dessert über: ungarische Dobos-Torte mit griechischen Mandeln und portugiesischem Karamel-Pudding.