Donald Trump: Reif für die Couch

Artikel veröffentlicht am 10. November 2016
Artikel veröffentlicht am 10. November 2016

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Wie wir wissen, liebt es Donald Trump zu prahlen. Er sei bester Gesundheit, alles an seinem Programm Make America Great Again sei genial. Es ist jedoch nicht sicher, dass sein Therapeut derselben Meinung ist.

Cafébabel Brüssel hat sich eines Briefes von Donald Trumps' Therapeuten bemächtigt. Hier nun einige Auszüge daraus.

Ich vermisse Sie. Sie waren einer meiner treuen Patienten, aber seit dem Frühling 2015, kein Termin mehr, und Ihre Sekretärin findet in Ihrer Agenda keine Lücke mehr für ein Gespräch. Ich habe mir während Ihrer zahlreichen Fernsehauftritte Notizen gemacht, damit wir unsere Sitzungen so schnell wie möglich wieder aufnehmen können.  

Hier nun einige Ratschläge und Ideen, die ich gerne mit Ihnen während unserer nächsten Sitzungen besprechen würde.

   Erster Auszug

Lieber Donald, wenn Sie über Ihre Konkurrentin Hillary Clinton sagen: „Wie soll sie ihr Land zufriedenstellen, wenn sie ihren Ehemann nicht befriedigt?“, so schockiert dies die Leute, allerdings nicht mich.

Tatsächlich pflegen wir, andere Mediziner-Kollegen und ich, zu sagen, dass der Darm das zweite Gehirn des Mannes ist. Na, sagen wir mal, dass Sie die Ausnahme sind. Ihr zweites Gehirn ist unmittelbar unter die Gürtellinie gerutscht.

Haben Sie deswegen eine sexuell gefärbte Auslegung der Welt? Für Sie, Herr Trump, sei die Politik ein großes Bett, die republikanischen Vorwahlen das Vorspiel vor dem Liebesakt und die Präsidentschaftswahl lange Flitterwochen. Für Sie sei die sinkende Wirtschaftsleistung eine sexuelle Impotenz, und sich selbst betrachten Sie als das Viagra, das Amerika Spannkraft verleihen wird. Übrigens, sind die von Ihnen errichteten Wolkenkratzer nicht riesige Phallusse, die den grauen Himmel Manhattans durchstoßen?

  Zweiter Auszug

Muss ich in Erwägung ziehen, dass meine aus Mexiko stammenden Eltern die Inspirationsquelle für Ihre Wahlkampagne gewesen sind? Ich nehme es Ihnen nicht übel. Aber es ginge auch einfacher, falls Sie einen weißen und konservativen Kollegen wünschen sollten, um die Therapie fortzuführen und um ihre Frustration zu kanalisieren.

Warum wollen Sie ihr Leben und das von Millionen Menschen verpfuschen, indem Sie Politik betreiben? Ich hatte es Ihnen vor sechs Jahren bereits gesagt, dass die Politik kein Kasperletheater ist. 

Sie sind nicht für die Politik geschaffen, und noch weniger für die Diplomatie. Warum stürzen Sie sich in diese Schinderei? Sie glauben Amerika zu retten, indem Sie nach Washington gehen, ins Weiße Haus einziehen und Politik machen? Meiner bescheidenen Meinung nach hätten Sie sich eine Ranch in Texas kaufen und mit der subtilen Kunst des Rodeoreitens weitermachen sollen. Sie haben die Seele eines Cowboys, vergessen Sie das nicht, Donald. Sie haben übrigens immer Western geliebt, diese einfach zu verstehenden Filme, mit den Guten auf der einen und den Bösen auf der anderen Seite.

  Dritter Auszug

Lieber Herr Trump, wenn Sie sagen, dass man eine Mauer zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten bauen müsse, dann erstaunt mich das überhaupt nicht.

Das sieht Ihnen ähnlich. Wenn Sie einem Phänomen der Einwanderung gegenüberstehen, dann handeln Sie wie ein Maurer: den Betonmischer hervorholen und eine Mauer bauen. Warum denken Sie an Mauern? Sind diese die Überbleibsel Ihrer Karriere im Immobiliengeschäft?

Ohne Sie beleidigen zu wollen, die einzige Mauer, die Sie bauen sollten, ist eine Mauer gegen Ihre Intoleranz, aber angesichts deren Ausmaßes hätten Sie sicher nicht genug Arbeitskräfte. Einzig eine Chinesische Mauer könnte die Flut Ihrer Dummheiten eindämmen. Einmal gewählt, werden Sie zweifelsohne eine Mauer gegen die Armut, eine Mauer gegen die Arbeitslosigkeit, eine Mauer gegen die Inflation errichten. Mit Ihnen wäre das Leben somit von Mauern übersät. Und mein Amerika würde ein riesiges Labyrinth werden ...