Doku: Abschied von Mandima

Artikel veröffentlicht am 9. Juni 2016
Artikel veröffentlicht am 9. Juni 2016

Die Rückkehr nach Frankreich ist ein schmerzhafter Abschied von seinen Freunden und seiner Heimat. Au Revoir Mandima zeigt 10 Jahre Kindheitserinnerungen aus Zaire in einem 10-minütigen Kurzfilm von unseren Partnern bei 99media. 

In zehn Minuten spult Rob-Jan Lacombe in Au Revoir Mandima die ersten zehn Jahre seines Lebens vor unseren Augen ab. Da sind verschwommene Fotos von Kindern, die das Flugzeug der Familie Lacombe verabschieden, und eine ruhige Erzählerstimme, die seinem 10-jährigen Alter Ego auf den Archiv-Bildern Fragen stellt, die ihn bis heute nicht in Ruhe lassen. In dem vielfach preisgekrönten Kurzfilm Abschied von Mandima steckt trotz der gemächlichen Slideshow eine unglaubliche Wucht, die Frage nach dem Woher komme ich? und Wo fühle ich mich zugehörig?

Ausgerechnet in das bourgeoise Bordeaux in Südfrankreich verschlägt es den 10-Jährigen, wo Mitschüler ihn 'Mogli' oder 'Steinzeitmensch' nennen werden. Europa - bedeutet für den Jungen zunächst "Eis, Nutella, Frischmilch, Fahrstühle und Schwimmbäder". Der in Zaire geborene und aufgewachsene Junge wusste nicht, wer Michael Jackson war. Und dass man hier jeden Tag Schuhe tragen muss. Was aus seinen Kindheitsfreunden Watumu, Angi und Amosi geworden ist, kann aber kein Bild beschreiben. 

Der Kurzfilm hinterlässt in Zeiten der Flüchtlingskrise auch einen negativen Beigeschmack. Wo Europäer ganz einfach in Flugzeuge steigen können, müssen 'die Anderen' entweder in Konfliktgebieten verharren oder ihr Leben auf dem Weg nach Europa aufs Spiel setzen. Auch diese Geschichte erzählt Au Revoir Mandima.

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Im Rahmen unserer Partnerschaft mit der mehrsprachigen Videoplattform 99.media stellen wir euch auf cafébabel eine Reihe Dokumentarfilme vor.