Die ungewisse Zukunft des European Union Youth Orchestras

Artikel veröffentlicht am 24. Juli 2016
Artikel veröffentlicht am 24. Juli 2016

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Das Weiterbestehen des European Union Youth Orchestra, kurz EUYO, steht noch in der Schwebe. Wenn nicht bald ein neues Finanzierungsprogramm für das Orchester gefunden wird, wird es im September 2016 nach 40-jährigem Bestehen aufhören zu existieren. Seit Anfang Juni gibt es jedoch einen Hoffnungsschimmer.

Das EUYO wurde 1976 als ein Symbol für Frieden, Einheit und Zusammenarbeit in Europa gegründet. Kurzum: Als kultureller Botschafter für die EU. Darüber hinaus dient das Orchester jungen Musikern als Erfahrung und Sprungbrett in die klassische Musikindustrie. 93% der ehemaligen EUYO-Mitglieder arbeiten heute in der Musikbranche. Das EUYO ist das einzige Orchester auf der Welt, das alle EU-Mitgliedsstaaten vertretet. Das Orchester spielt nicht nur in Europa, sondern überall in der Welt, wie beispielsweise in Nord- und Südamerika, Russland und China.

Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 2 'Auferstehungssinfonie'. EUYO spielt unter der Leitung von Claudio Abbado im August 1985 im Wiener Musikverein.

Die #SaveEUYO-Kampagne

Während ihres gesamten Bestehens finanzierte hauptsächlich das Europäische Parlament und die Europäische Kommission das EUYO. Ab 2014 änderte sich jedoch die EU-Förderungsrichtlinie: Projekte konnten nur dann finanziert werden, wenn sie Teil des „Creative Europe“ – Programm wurden. Das Problem dabei ist, dass das EUYO die Kriterien des „Creative Europe“ – Programm nicht erfüllt.

Im April dieses Jahres startete das EUYO eine Kampagne, #SaveEUYO, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Resonanz war überwältigend: Viele ehemalige Mitglieder des EUYO – die überall in der Welt verstreut sind – unterstützen die Kampagne über die sozialen Medien. Für die Leiterin der Kommunikation Charlotte Hamilton war die Reaktion der Kampagne herzerwärmend. Auch Generaldirektor Marshall Marcus war gerührt, dass so viele Menschen – unter anderem mehrere Persönlichkeiten der klassischen Musikindustrie - die Kampagne unterstützen.

Ein Hoffnungsschimmer in der Finanzierung des EUYO

Die Kampagne stieß nicht auf taube Ohren: Anfang Juni hat Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Gruppe von EU-Kommissaren beauftragt, ein neues Finanzierungsabkommen für das EUYO auszuhandeln. Im Moment sind die Verhandlungen im vollem Gange, ein endgültiges Abkommen steht noch aus. Die Zukunft des EUYO ist deshalb noch ungewiss, auch wenn sich Marcus darüber freut, dass die Europäische Union sich um Lösungen bemüht. „Meine Aufgabe ist es, das EUYO als solide Einrichtung zu fördern. Ich wäre sehr froh darüber, wenn das Orchester weiterhin bestehen würde.“