Die Lieblingskinder der Modegötter

Artikel veröffentlicht am 3. April 2006
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Artikel veröffentlicht am 3. April 2006

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Spätestens seit Coco Chanel und Dior wird auf dem europäischen Kontinent ausgefallene Haute Couture kultiviert. Seitdem hat sich bei uns eine ganze Generation von begabten Designern herausgebildet.

Frankreich: Hedi Slimane

„The biggest Bright Young Thing in Fashion since Tom Ford”

Kreuzt man einen tunesischen Vater mit einer italienischen Mutter kommt ein französischer Modeschöpfer mit britischen Einflüssen heraus. So geschehen bei Hedi Slimane, dem Art Director im Hause Dior Homme. Hedi Slimane wurde von Yves Saint Laurent entdeckt, für den er diverse Männer-Kollektionen gezeichnet hat. Dann wurde er von der Gruppe LVMH abgeworben. Seitdem bekommt er größtes Lob aus der Pariser Modeszene: Ein eleganter Stil, der „sexy“ ist und von John Galliano geliebt wird. Angeblich hat Karl Lagerfeld 30 kg abgenommen, nur um in seine Kreationen zu passen. Zu den privilegierten Kunden des Franzosen zählen unter anderem Sting und Brad Pitt, sogar Catherine Deneuve und Madonna haben sich aus der Männerkollektion ein paar Teile für ihre eigene Garderobe herausgefischt. Hedi Slimane ist ein vielseitiges Talent. Er fotografiert, beschäftigt sich mit Rock’n’roll und war für einen Tag Chefredakteur der französischen Tageszeitung Libération.

Österreich: Helmut Lang

„Ich wollte ein Künstler sein, aber ich war zu ängstlich“

Helmut Lang wurde 1956 in Wien geboren. Er definiert seine Entscheidung für die Modewelt wie folgt: Er habe sich nicht berufen gefühlt, sondern hatte einfach nur Lust, T-Shirts und Hosen zu finden, die ihm gefallen. Obwohl er eigentlich Karriere im Finanzwesen machen sollte, wendete er sich bald der Mode zu. Dort sorgten seine modernen und urbanen Ideen, die sich durch einen edlen und androgynen Stil auszeichnen, für Furore. Kleidungsstücke, die funktionell und geschickt gedacht sind, schaffen eine subtile Ästhetik: Lang wurde so Ende der Neunziger zum Vater der minimalistischen Generation. Im Jahre 1999 überraschte er durch den Zusammenschluss seiner Firma mit der Luxusmarke Prada, was ihm die Gelegenheit gab, sich mehr der künstlerischen Arbeit zu widmen. Doch 2005 verließ er Prada plötzlich. Seitdem ist seine Marke aus den angesagten Boutiquen dieser Welt verschwunden.

Belgien: Ann Demeulemeester

„Eine Frau ist keine Barbiepuppe“

Ann Demeulemeester (Coutrai, 1954) hat an der berühmten königlichen Akademie in Anvers Design studiert. Ihre internationale Karriere beginnt 1986 in London mit dem Kollektiv „Six d’Anvers“. Ann Demeulemeester wird schnell im Modemilieu bekannt und wird mit einigen ihrer Kollegen wie z.B. Dries Van Noten oder Marina Yee zur Referenz für internationale Kreationen. Sie gründet mit ihrem Mann eine eigene Firma. Ihre Modelle zeichnen sich durch eine Mischung verschiedener Stile und Stoffe aus: Leder und Wolle, schwarz und weiß. Einfachheit, Schönheit und Bewegung, das Ganze mit einem Klecks Ethno verfeinert: Das ist ihr Erfolgsgeheimnis.

Portugal: Jose Antonio Tenente

„Lässig und chic zugleich“

Jose Antonio Tenente wurde 1966 in der Nähe von Lisabon geboren und hat schon zwanzig Jahre Erfahrung im Modegeschäft. Nach seinem Studium an der Hochschule der Künste von Lissabon hat er als Praktikant im Team von Ana Salazar angefangen, eine Pionierin der portugiesischen Mode. Die erste Modenschau von Tenente fand 1989 statt, 1990 eröffnete er seine erste Boutique. Seitdem präsentiert er regelmäßig seine Kollektion anlässlich großer Modetreffen in Südeuropa. So wurde er zum Modebotschafter Portugals, kürzlich wurde Tenente vom portugiesischen Präsidenten Jorge Sampaio zum Kommandanten der Ehrenlegion ernannt.

Italien: Allessandro Dell’Acqua

„Jede Frau sollte ein Objekt des Verlangens sein“

Sofia Loren, Anna Magnani, Monica Vitti… diese italienischen Schönheiten sind die Musen von Allessandro Dell’Acqua. Er ist Absolvent der prestigeträchtigen Accademia di Belli Arti und arbeitet seit 23 Jahren an der Seite von Gianni Versace. Seit 1998 bringt er seine eigene Männerkollektion auf den Markt und wurde bereits zweimal mit dem Oscar der italienischen Mode ausgezeichnet. Dies ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass Dell’Acqua der Ansicht ist, Mode und Kunst seien aufs engste miteinander verwoben. Aus diesem Grund hat er schon mehrmals mit der amerikanischen Künstlerin und Photographin Vanessa Beecroft gearbeitet. Außerdem hat der große Helmut Newton an der Werbecampagne seines ersten Parfums mitgewirkt. Dell’Acqua meint, dass Frauen stark und sich ihrer Verführungsmacht bewusst sind und schafft Mode, die sich durch Transparenz und sinnliche Überlappungseffekte auszeichnet: schwindelerregende Dekolletes kombiniert mit Lawinen aus Spitze und Mini-Shorts, die bestens zum Verführen geeignet sind.

Fotos: Fotografi Associati (Hedi Slimane), Wikipedia (Helmut Lang), Rui Vasco (Jose Tenente), Stefano Guindani (Dell'Acqua)