Die Geburt des Klammer@ffen

Artikel veröffentlicht am 14. März 2007
Artikel veröffentlicht am 14. März 2007

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Sanft schmiegt sich ein Kringel um ein wohlgeschwungenes a, ganz so, als wolle er es ritterlich vor den anderen Zeichen schützen. Kein Zweifel: Das @ ist das eleganteste Zeichen unserer Tastatur.

Und das erfolgreichste: Seit es der amerikanische Programmierer und E-Mail-Erfinder Ray Tomlinson 1971 verwendete, um Mailadressen zu bezeichnen, steht das @ als Symbol für das Internet – und damit für die Zukunft schlechthin.

Dabei hat das @ bereits vier Jahrhunderte auf dem Buckel. Bereits im 16. Jahrhundert bezeichneten spanische Kaufleute damit die Maßeinheit Arroba, was etwa zehn Kilogramm entsprach. Das Wort stammt aus dem Arabischen Ar-roub, was „das Viertel“ bedeutet. Noch heute heißt das @ in Spanien und Frankreich deshalb Arroba bzw. Arrobase.

Die Briten sprechen dagegen schlicht vom at-Zeichen. Denn wenn britische Kaufleute vier Äpfel zu 20 Cent verkaufen wollten, schrieben sie 4 apples @ 20 cent auf ihre Tafeln. Das @ steht hier für at, was im Englischen ganz einfach „zu“ oder „bei“ bedeutet.

Die anderen Sprachen taufen das @ zärtlich mit Tiernamen. Die Polen nennen es mapa, der „Affe“, der in den Niederlanden noch ein Schwänzchen bekommt (apenstaartje) und in Deutschland zum Klammeraffen mutiert.

Und der Rest Europas? Die Finnen tippen Katzenschwänze in ihre Mails (kissanhäntä), die Schweden Rüssel (snabel-a), die Italiener Schnecken (chiocciola), die Ungarn Würmer (kukac), et cetera pp.

Nur im Hebräischen ist das @ ein „Strudel“. Das a dient dabei als Füllung, der Kringel als Teig. Na dann: Wohl bekomm’s.