Die EU macht das Essen sicherer

Artikel veröffentlicht am 24. Januar 2006
Artikel veröffentlicht am 24. Januar 2006

SOS: Dieser Artikel wurde weder von einem Editor überarbeitet noch in einer Gruppe veröffentlicht.

Die Ausbreitung der Vogelgrippe vom äußersten Rand der Ost-Türkei bis an die Länder Zentraleuropas zeigt, wie wichtig die EU für den Verbraucherschutz ist.

Vielleicht werden Zyniker das Auftauchen der Vogelgrippe in der Türkei sehr schnell als weiteres Argument gegen den Beitritt der Türkei in die EU benutzen. Doch die Europäische Kommission hat entschieden, das Programm zur Überwachung der Vogelgrippe auszuweiten: Weitere zwei Millionen Euro sollen bis Ende 2006 in Forschung gesteckt werden. Dies sollte uns überzeugen, dass die EU ihre Mitgliedsstaaten durch forsche Maßnahmen und Regulierungen schützen kann. Die EU hält seit über zehn Jahren an europaweiten Standards für Nahrungsmittelsicherheit fest, die niemals durch ausschließlich nationalstaatliche Initiative hätten umgesetzt werden können.

Mehr Bedarf an Sicherheit

Nahrungsmittelsicherheit hat seit langem höchste Priorität für die EU und durch einen umfassenden Ansatz sind die Wege, die vom Bauernhof zur Gabel des Verbrauchers, vom Tierfutter zum Nahrungsmittel führen, inzwischen genau aufgeschlüsselt. Dies garantiert eine hohe Qualität der Lebensmittel. Nahrungsmittelsicherheit war schon immer ein wichtiger Teil der EU-Politik. Doch seit den Nahrungsmittelskandalen der 1990er Jahre, allen voran „Rinderwahnsinn“, „Genfood“ und „Chickengate“ wird immer mehr darüber berichtet und die Verbraucher werden immer besser informiert.

Obwohl die EU die Lebensmittelsicherheit schon seit langem gesetzlich kontrolliert, wurde der Flickenteppich kollidierender Gesetze erst nach diesen Skandalen durch einen umfassenden Ansatz abgelöst. Er wurde zwischen 2002 und 2005 eingeführt und als „General Food Law“ bekannt. Diese Art Dachgesetzgebung legte nicht nur die Richtlinien bezüglich Nahrungsmittelsicherheit fest, sondern führte auch das Konzept der „Rückverfolgbarkeit“ ein. Dadurch wurden alle Nahrungsmittel- und Tierfutterbetriebe dazu verpflichtet, alle Nahrungsinhaltsstoffe in der Nahrungskette zurückverfolgen zu können – so dass jeder Betrieb seine Zulieferer und Zwischenhändler kennt. Dies ging Hand in Hand mit der Gründung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Sie fasste die betroffenen wissenschaftlichen Gremien zusammen, so dass die EU wirklich jedes Glied der Nahrungskette in allen Mitgliedsstaaten überwachen kann.

Jedes Glied der Nahrungskette überwachen

Die Idee eines „Superstaat“, der fähig ist, eine neue globale Nahrungskette zu überwachen, bekommt in Zeiten von Lebensmittelskandalen Konjunktur. Derzeit brauchen wir ein Gebilde, das Grenzen überwinden kann. Nur so können wir handeln. Die Europäische Kommission arbeitet eng mit den nationalen Regierungen zusammen um ein Frühwarnsystem zu entwickeln, welches so schnell wie möglich jedes Land über mögliche Lebensmittelskandale informieren kann.

Doch die Vogelgrippe wird durch einen Virus ausgelöst, gegen den man kaum vorgehen kann. Vergangene Skandale zeigten das Risiko der Seuchengefahr von bestimmten Futterarten auf. Das Futter, das von den Tieren gefressen wird, muss genauso streng ausgewählt werden, wie die Tiere selbst. Die Verantwortung dafür trägt ganz eindeutig der Produzent. Des Weiteren betont die EU-Richtlinie, dass sowohl die Gesundheit des Menschen als auch die des Tieres geschützt werden muss. Was zu Tierfutter wird, wird genauso streng überwacht, wie das was auf dem Küchenregal endet. Dies zeigt, wie wichtig es ist, in der Gesetzgebung jedes Glied der Nahrungskette abzudecken. Dies wird sogar noch mit Richtlinien ausgedehnt, die auf das Wohlergehen des Tieres zielen. Tiere müsen sich in gutem Gesundheitszustand befinden, wodurch wiederum der Ausbruch von Maul- und Klauenseuche, Schweinepest und Vogelgrippe hätte verhindert werden können.

Die EU ist der weltgrößte Importeur von Lebensmitteln und der größte Binnenmarkt für Nahrungsmittelimporte von Entwicklungsländern. Alle landwirtschaftlichen Betriebe und Produzenten in Nicht-EU-Ländern, die in die Union exportieren, müssen dieselben europäischen Sicherheitsprinzipien beachten, deren Einhaltung an der Außengrenze der EU überprüft werden, um bedenkliche Lebensmittel nicht hinein zu lassen. Zwar wird die EU oft dafür angegriffen, dass diese hohen Lebensmittelstandards als Mittel benutzt würden, um Importe zu verhindern. Doch ist dies der einzige Weg, sicherzustellen, dass alle Nahrungsmittel, die in die EU kommen, den Sicherheits- und Qualitätsstandards genügen.

Die EU schafft nach und nach eine Plattform für den Schutz der Konsumenten vor Lebensmittelskandalen: Diese methodische Harmonisierung der Lebensmittelstandards innerhalb der EU garantiert ein hohes Maß von Qualität auf dem Weg vom Bauernhof zum Verbraucher.