Die erneuerbaren Energien: zwischen Hoffnung und Widersprüchen : I Part

Artikel veröffentlicht am 28. Februar 2009
Artikel veröffentlicht am 28. Februar 2009
In diesen Zeiten der Krise lassen die letzten der Wirtschaft geltenden Ansprachen von Präsident Obama den Kampf gegen die Klimaerwärmung in den Vordergrund treten, besonders dank der Entwicklung der erneuerbaren Energien. Was sie betrifft, bemüht sich die EU, dank dieser erneuerbaren Energien im Jahr 2010 einen Wert von 20% des Energieprodukts zu erreichen.
Dieser Wert entspricht heute in Europa – mit großen Ungleichheiten zwischen den Staaten – einem Durchschnittswert von 9%. Frankreich nimmt sich für seinen Teil als Ziel ein Verhältnis von 23% erneuerbarer Energien bei der gesamten Energieerzeugung in 2010 vor.

Bei diesem zur Schau getragenen Willen kann man nichts anderes, als sich an der Bewusstwerdung der Politik über die Notwendigkeit, gegen den CO2-Ausstoß vorzugehen, zu erfreuen. Dieser Ausstoß liegt bei einer Höhe von 93%, und im Rahmen von aktuellen Energiefragen nutzt man immer noch bevorzugt Kohlenwasserstoff und fossile Brennstoffe.

Dennoch, ist diese Wette um die erneuerbaren Energien in der Mehrzahl der entwickelten Länder umsetzbar? Über den eher positiven Diskurs hinaus, welche sind die politischen und wirtschaftlichen Einsätze und Widersprüche, die mit diesem Thema zu tun haben? Was gibt es für Initiativen in Europa und in Frankreich? 

Die erste Edition der im November 2008 in Paris organisierten Messe SIREME, das zweite Werk der Messe Energaïa in Montpellier, die letzten Dezember ablief, oder gar noch die dritte Version – die Messe für erneuerbare Energien in Lyon Ende Februar 2009 – gelten als die Hauptereignisse in Frankreich für all das, was sich auf erneuerbare Energien bezieht.

Für die Organisatoren dieser Veranstaltungen sind die Besucherzahlen und der verwirklichte Handelsverkehr ein voller Erfolg. Drei Bereiche sorgen für Auftrieb: Solar, Wind und Biomasse. Gerade die Solartechnik ist es, welche sich in der letzten Zeit mit einer dermaßen rasanten Geschwindigkeit entwickelt. In Lyon, Paris und Montpellier sind es die deutschen Plattenhersteller, die für neue Maßstäbe sorgen. Lediglich Deutschland zeigt sich so, dass es weltweit das am weitesten entwickelte Land hinsichtlich der erneuerbaren Energien ist, mit mehr als 15% seiner dauerhaft erzeugten Energie im Jahre 2007. Das Land trachtet danach, 2020 ein entsprechendes Verhältnis von 30 bis 40% zu erreichen. Übrigens kommen die wichtigsten europäischen Großunternehmer aus diesem Land.

Indessen steht Spanien auch nicht nach, denn die Regierung Zapatero hat mit Subventionen die Bioenergie großzügig gefördert. Dies hat das plötzliche Auftauchen von internationalen Meistern für Windenergie oder photoelektrischen Solarzellpaneln möglich gemacht. Jedoch ist Spanien mit der Krise nicht mehr jener Hauptmarkt bei der Entwicklung, der es noch 2007 war, wohingegen Deutschland eine gewisse Saturierung erfuhr. Heute richten sich alle Blicke auf Frankreich, und die Zeugnisse der Hersteller, Vertreiber oder Installateure der Systeme mit erneuerbaren Energien ziehen alle dieselbe Bilanz: der französische Markt ist uns heute Priorität, denn er bietet Potentiale für ein wichtiges Wachstum.

Auf diesem Markt ist die Konkurrenz international, und Japaner, Amerikaner, Kanadier, Chinesen, Taiwaner und andere Südkoreaner postionieren sich gleichermaßen zu den erneuerbaren Energien.

Japan hat übrigens eine lange Tradition auf diesem Gebiet und verfügt wie Deutschland über einen heimischen Markt, der sich die letzten Jahre am meisten der Technologie für erneuerbare Energien zuwandte. Man kann glauben, dass die Vereinigten Staaten dank ihrer technologischen, industriellen und innovativen Kapazitäten sowie durch die Tatsache eines starken politischen Willens der öffentlichen Behörden demnächst am deutsch-japanischen Paar vorbeiziehen wird. Aber die anderen asiatischen Mächte wie China, Südkorea oder Taiwan treten mit ihren immer leistungsstärkeren Produkten zu mehr und mehr erschwinglichen Preisen nicht auf der Stelle.

Marc Terrisse

Trad.: Matthias Jakob Becker