Die EFD-Generation: eine Gebrauchsanleitung

Artikel veröffentlicht am 2. Dezember 2008
Artikel veröffentlicht am 2. Dezember 2008
Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist eins der Aktionsprogramme der Europäischen Kommission für junge Menschen. Wie kann man mitmachen? An wen muss man sich wenden? Hier einige Erfahrungsberichte und „bewährte Verfahren“ aus der Praxis.

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist eins der Aktionsprogramme der Europäischen Kommission für junge Menschen. Um teilnehmen zu können, muss man zwischen 18 und 30 Jahren alt sein (Ausnahmen sind möglich) und Lust auf ein sechs- bis zwölfmonatiges Volontariat im Ausland mitbringen. Einem Bericht der französischen Nationalagentur zufolge, die das Aktionsprogramm Jugend von 2000 bis 2006 leitete, haben in dieser Zeit 26.000 Jugendliche an Projekten der Bereiche Kultur, Jugend, Sport, Sozialhilfe, Kunst und Umweltschutz teilgenommen. Genauere Informationen findet ihr auf der entsprechenden Webseite der Europäischen Kommission und im Einzelnen in der Projektdatenbank.

Eine Erfahrung unter vielen…

Auch ich bin eine ehemalige EFD-Volontärin. Es ergab sich eher durch Zufall und so fand ich mich in einem kleinen Ort in Südengland wieder, wo ich in einem Hilfszentrum für behinderte Menschen arbeitete. Mein Ziel? Zu geben, was ich geben konnte. Ich wusste nicht viel über physische und psychische Behinderungen und so habe ich mich auf den menschlichen Aspekt konzentriert. Ich versuchte zu helfen, indem ich die Leute unterhielt und zum Lachen brachte. Die sechs Monate waren sehr intensiv und nicht immer einfach. Mir wurde die Gelegenheit geboten, in einer neuen Umgebung tätig zu sein, einen neuen und völlig anderen Lebensstil - den englischen - kennenzulernen, eine neue Sprache zu lernen und neue Freundschaften zu schließen. Mit dieser Erfahrung bin ich gewachsen! Wie viele andere auch.

©PBHervé (Frankreich, EFD in Italien): „Das Volontariat war eine Gelegenheit, innerlich zu wachsen und den eigenen Weg zu finden, dank dem Vertrauen, das dir die verschiedenen Projektteilnehmer entgegenbringen. Es ist wie ein „Übergangsritual“: Man wird erwachsen, man überwindet die ersten Schwierigkeiten, man beginnt, selbstständig zu werden und Selbstvertrauen zu haben.

©PBSimone (EFD in Spanien): „Sechs Monate voller Wörter, Gesichter, Orte und anderer Menschen, die mich einfühlsam begleitet haben. Es war ein Gemisch aus Situationen, mit denen ich Tag für Tag in andere Kulturen reiste, mit dem Auto, in Menschen von Begegnungen „on the road“, bis in mein eigenes Inneres, um mich selbst zu entdecken, besser kennenzulernen und zu wachsen.

©PBMichaela (EFD in den Niederlanden): „Der EFD hat mein Leben grundlegend geändert und alle Entscheidungen umgekrempelt, die ich vor meiner Abreise getroffen hatte. Ich bin dem EFD dankbar, weil er mir die Augen geöffnet hat, im Hinblick auf das, was ich tun will, oder, besser gesagt, nicht tun will.“

©PBManola (EFD in Griechenland): „Ich bekam die Gelegenheit, Jugendliche aus anderen EU-Ländern kennenzulernen und mich mit ihnen auszutauschen. Ich habe mein Selbstbewusstsein und meine Anpassungsfähigkeit gestärkt und gelernt, mit anderen zu leben, indem man etwas teilt.

©PBCristina (EFD in Schottland): „Die tägliche Herausforderung, neue Dinge zu lernen und zu tun, und die Gelegenheiten, andere und anregende Menschen kennenzulernen, wechselten sich mit verständlichen und unvermeidlichen Schwierigkeiten ab, die dieser Auslandsaufenthalt mit sich brachte, wie frustrierende Sprachbarrieren, Heimweh, Missverständnisse, die durch kulturelle Unterschiede aber auch psychologische und persönliche Müdigkeit entstehen."

EFD: eine Gebrauchsanleitung

Das Zauberwort heißt Motivation! Die Gründe, sich für ein Abenteuer dieser Art zu entscheiden, können die verschiedensten sein: Die Einen wollen einfach eine Auslandserfahrung, andere sehen es als persönliche Herausforderung oder als erste Berufserfahrung, wieder andere wollen eine neue Sprache lernen und neue Orte entdecken. Als Grundvoraussetzung muss in jedem Fall der Wille bestehen, eine gewisse Zeit des eigenen Lebens anderen Menschen, dem Projekt und der Gastgebergemeinde zu widmen.

Wähle dein Projekt mit Bedacht! Lasst euch Zeit mit der Wahl, besorgt euch Informationen, sprecht mit Leuten, die schon teilgenommen haben, und informiert euch über die Verbände ehemaliger EFD-Volontäre in eurem Land. Vielleicht entspricht das Projekt eurer Wahl nicht ganz euren Erwartungen. Versucht es trotzdem! Und wenn es wirklich nicht geht, sprecht mit den Projektverantwortlichen über eure Probleme.

EFD ist kein Urlaub! Ein Volontariat erfordert oftmals mehr Engagement und Energie als eine normale Arbeit. Vergesst nicht, ihr lebt in einem neuen Land, mit neuer Arbeit und neuen Freunden.

Andere Länder, andere Sitten! Man braucht Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Respekt und Toleranz, das macht es erst richtig interessant, „andere“ zu entdecken, die eben anders sind als man selbst. Seht diese Erfahrung als eine großartige Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen, zu reisen und zu wachsen, auf persönlicher, didaktischer und beruflicher Ebene.