Die Babelianer/innen 2013

Artikel veröffentlicht am 21. Januar 2014
Artikel veröffentlicht am 21. Januar 2014

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Wenn ihr Obama, den Papst und Miley Cyrus satt habt, dann wohl des­halb weil sie nicht die einzigen Men­schen waren, die das letzte Jahr ge­prägt haben. Wir stel­len vor: die babe­lia­ni­schen He­rolds 2013.

Jan­uar: Pinar Selek

Sie wird des Ter­ro­ris­mus be­zich­tigt, von der tür­ki­schen Jus­tiz ver­folgt und lebt seit einem Jahr in Straß­burg im Exil: Pinar Selek ist So­zio­lo­gin, in Is­tan­bul ge­bo­ren. Mit ihren 42 Jah­ren ver­kör­pert sie den or­ga­ni­sier­ten Kampf um die Men­schen­rech­te.

Fe­bru­ar: Arta Do­bro­shi

Sie wurde für ihre Rolle in Le Si­lence de Lorna (Das Schwei­gen der Lorna, 2008) unter der Regie der Dar­denne-Brüder für zwei Film­prei­se nom­mi­niert und beim 24fps In­ter­na­tio­nal Short Film Fes­ti­val mit dem Preis der bes­ten Haupt­dar­stel­le­rin im Kurz­film Baby (2010) aus­ge­zeich­net. Die 32-jäh­ri­ge Schau­spie­le­rin ist sehr schnell die beste Waffe ihres Lan­des, dem Ko­so­vo, ge­wor­den. Aber noch zieht es Arta vor, ihr hüb­sches Hin­ter­teil in Can­nes zu zei­gen und träumt davon, ein­mal das Kos­tüm von Su­per­wo­man zu tra­gen. 

März: De­ni­sas Ko­lo­my­chis

Be­trach­tet man die Er­eig­nis­se in Li­tau­en im De­zem­ber, so flößt Schwul­sein in die­sem Land einen ge­wis­sen Re­spekt ein. Ganz be­son­ders, wenn man sich laut und deut­lich dazu be­kennt. De­ni­sas be­zeich­net sich selbst als „eine rare Spe­zi­es, die in jedem In­ter­view davon spricht."

April: Inna Shev­chenko

Ei­gent­lich brau­chen wir sie euch nicht mehr vor­zu­stel­len. Und doch: aus dem Blick­win­kel der Kon­tro­ver­se rund um die Ehe für alle" in Frank­reich, ist die ukrai­ni­sche Ak­ti­vis­tin auf eu­ro­päi­schem Level voll ins Ge­wicht ge­fal­len. Sie hat sich einen Platz unter den ziel­stre­bigs­ten und ent­schlos­sens­ten Per­sön­lich­kei­ten des Jah­res ver­dient.

Mai: Chris­tophe Chas­sol

Dem Prin­zen des fran­zö­si­schen Pop ist es immer schon schwer ge­fal­len, seine Musik in Schub­la­den zu ste­cken. Aber viele Leute sind sich dar­über einig, dass Chas­sols neues Album In­dia­mo­re zu den mu­si­ka­li­schen High­lights des Jah­res ge­hört. Echt stark.

Juni: Alice Ze­ni­ter

Mit 26 Jah­ren und einem ein­zi­gen Buch hat diese junge Ab­sol­ven­tin der Ecole Nor­ma­le Supérieur zwei Län­der in Auf­re­gung ver­setzt. Som­bre di­manche (Düs­te­rer Sonn­tag) wird so­wohl in Un­garn (ihrer Wahl­hei­mat) und in Frank­reich be­ju­belt, wo Alice den Buch­preis Livre Inter 2013 er­hal­ten hat. 

Juli: Alec Dud­son

In der som­mer­li­chen Hitze hatte diese junge Bri­tin si­cher eine der be­zeich­nens­ten Ideen ihrer Ge­ne­ra­ti­on: sie grün­de­te eine Zeit­schrift von Prak­ti­kan­tIn­nen für Prak­ti­kan­tIn­nen, das  In­tern ma­ga­zine.

Au­gust: Lena Kli­mova

Es ist weit­läu­fig be­kannt, wel­ches Ri­si­ko junge Men­schen in Russ­land ein­ge­hen, wenn sie Ak­ti­vis­ten­netz­wer­ke zum Pro­test gegen LGBT-feind­li­che Mass­nah­men der Pu­tin-Re­gie­rung grün­den. Lena weiß das auch, trotz­dem hat sie De­ti-404 ins Leben ge­ru­fen. Ihr Netz­werk zählt heute mehr als 1000 ganz und gar nicht scheue Mit­glie­der.

Sep­tember: Musta Bar­baari

James Ni­kan­der wird aus einem Grund immer in Er­in­ne­rung blei­ben: er ist der al­ler­ers­te schwar­ze Rap­per Finn­lands. Die Punch­li­nes sei­nes Raps Musta Bar­baari (Schwarz­bart, Anm. der Red.) las­sen nie­man­den gleich­gül­tig: „Ich ra­cke­re mich nicht zu Tode, denn ich habe schon den schwers­ten Job in ganz Finn­land. Ich bin ein schwar­zer Mann."

Ok­tober: Ri­cardo Gar­cia Men­dez

Sie sind jung, ge­bil­det, mehr­spra­chig und mit Si­cher­heit kul­ti­vier­ter als so man­che Ge­ne­ra­ti­on vor ihnen: und doch will Spa­ni­en nichts von ihnen wis­sen. Also wan­dern sie aus. Ri­cardo ist einer von ihnen.

No­vember: Jan-Ole Gers­ter

Sagen wir es ein­fach ge­ra­de her­aus: Jan-Ole Gers­ter der neue Star des zeit­ge­nös­si­schen Kinos in Deutsch­land. Einst per­sön­li­cher As­sis­tent des Re­gis­seurs von Good­bye, Lenin!, heute selbst Fil­me­ma­cher. Oh Boy, sein ers­ter Film kam 2012 in die Kinos. Er er­zählt in Schwarz-Weiss die Ge­schich­te eines jun­gen Ber­li­ners auf Ab­we­gen. Ein vol­ler Er­folg. Der 35-jäh­ri­ge Ci­ne­ast be­zeich­net sich selbst als „Fran­ken­stein sei­ner Hel­den".

De­zem­ber: Jean-Paul Pas­tor Guzmán

An­läss­lich des In­ter­na­tio­na­len Tages der Mi­gran­tIn­nen hat Ca­feba­bel Ber­lin einen Pho­to­wett­be­werb or­ga­ni­siert, bei dem der All­tag der zahl­rei­chen, jun­gen, un­frei­wil­li­gen No­ma­den Eu­ro­pas ein­ge­fan­gen wer­den soll­te. Jean-Paul, ein deut­scher Pho­to­graph chi­le­ni­scher Her­kunft, hat mit sei­ner Serie Hello Cri­sis den ers­ten Preis ge­won­nen.

wei­ter­le­sen : die bab­lia­ner/innen 2011 und 2012.