Die Augen von Malta

Artikel veröffentlicht am 4. Mai 2004
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Artikel veröffentlicht am 4. Mai 2004

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Malta ist eine Brücke zwischen der arabischen Welt und der Europäischen Union – nicht zuletzt durch eine beachtliche Jugendinitiative…

Die kleine Inselgruppe zwischen Sizilien und Tunesien ist seit dem 1. Mai 2004 ein volles Mitglied der erweiterten Europäischen Union. Die Puristen eines Nord- und Kontinentaleuropa wurden versöhnlich gestimmt, genauso wie die Mathematiker. Tatsächlich wird von nun an bei europäischen Gipfeltreffen „Gerhard Schröder, Kanzel eines Deutschland mit 82 Millionen Einwohnern, nicht sehr viel anders behandelt werden wie Lawrence Gonzi, Premier der maltesischen Regierung, die gerade mal 397.000 Menschen repräsentiert“, notiert The Economist.

Es geht nicht nur um Geographie

Doch so ist es nunmehr. Doch Malta legt nicht nur die Schwierigkeiten und Hindernisse eines Kleinstaats ab. Auch sein Selbstbewusstsein wächst. Es ist ein Kandidat, eine „Brücke zwischen Europa und der arabischen Welt“ zu werden, sagt Giovanni Buttigieg, Maltese und Direktor der Euromed Youth Platform, ein Netzwerk, das Verbindungen zwischen europäische NROs und Länder auf der Südseite des Mittelmeer schafft. Für Buttigieg war die Geburt des Projekts im letzten September, zu der mehr als 100 junge Menschen aus mehr als 35 Ländern in Malta zusammen kamen, „ein greifbarer Beweis, dass die EU kein exklusiver Club ist, sondern eine Gemeinschaft, die gegenüber ihren Nachbar offen ist“. Aktiv unterstützt von der Europäischen Kommission verspricht die Plattform nun acht der neuen EU-Staaten in das Programm zu integrieren, alle bis auf „Zypern und Malta selbst, denn die hatten in der Vergangenheit bereits als Länder aus dem Süden teilgenommen.“ Den mittel- und osteuropäischen Ländern eine mediterrane Dimension zu eröffnen bleibt jedoch zweifelhaft. Doch Buttigieg will sie einbeziehen, angefangen mit einem Treffen in Budapest im Oktober mit acht Ländern des europäischen Südrands: Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, Israel, Palästina, Libanon, Syrien und Türkei. Es ist diese mediterrane Dimension, die Malta dem Rest der EU anbieten kann. „Nicht nur dank seiner geographischen Lage“, unterstreicht Buttigieg. „Es darf nicht vergessen werden, dass Malta auch politisch ein Winzling ist, der keine Gefahr darstellt. Unter den Mittelmeerländern ist Malta deshalb das einzige Land, das keine ernsthaften Probleme mit seinen Nachbarn hat. Das ist nicht der Fall zwischen Israel und den arabischen Ländern, oder zwischen Zypern und der Türkei. Und mit seinem geschichtlichen Hintergrund, gewürzt mit vielfältiger Fremdherrschaft - Römer, Araber, Briten - weißt Malta eine große Offenheit gegenüber anderen Kulturen auf.“

Auch die maltesische Sprache ist eine Mischung verschiedener Einflüsse: „60% Arabisch, mit einem lateinischen Alphabet, und italienische, französische und englische Einflüsse“, fasst Maria zusammen, die Jura studiert. Und sie tut das in perfektem Italienisch, eine Eigenschaft, die sie mit vielen ihrer jungen Landsleute teilt. Ihre dunkeln Augen lassen einen vergessen, dass die Malteser - zu Recht - gefordert haben, dass das Maltesische eine der 20 offiziellen Sprachen des neuen Europa wird - ein Europa, das bis Valletta reicht.