Die abgebröckelte Treppe

Artikel veröffentlicht am 19. April 2008
Artikel veröffentlicht am 19. April 2008
Ein prächtiges Eckhaus erhebt sich im Herzen des Viertels Gracia. Um hineingehen zu können, muss man den Kopf einziehen und einen seltsam kleinen Eingang in einer Garagentür aus massivem Holz nehmen. Die Schritte hallen in dieser nackten Halle wider, in der die Geräusche anderen Natur sind, wie in einer Kirche.
Das imposante Erscheinungsbild des Raums kontrastiert mit seinem heruntergekommenen Zustand. Die steinernen Treppenstufen sind mit Pappe bedeckt und das fahle Licht traut sich nicht hinauf.

In diesem Stockwerk bröckeln die leprösen Mauern in ganzen Stücken ab und verstreuen ihre kranke Schale über den Fußboden. Diese Farbbrocken, die den Abdruck der Zeit tragen, voller mit Feinfühligkeit gezeichneter Risse, erschaffen abstrakte Gemälde mit raffinierten Nuancen. Auf dem Sternenboden schaukelt eine angeschlagene Fliese und versinkt mit einem Knirschen. Das von den Schritten ausgetretene Holz kehrt seine tiefen Adern an die Oberfläche. Durch die mit Glas dekorierten Fenster lassen die kaputten Scheiben die Feuchtigkeit und das Licht hinein, die von draußen kommen. Ein Text von der französischen Künstlerin Géraldine Garçon, die in Barcelona lebt und künstlerische Kreationen macht über das Alltagsleben der Städte, in denen sie lebt.

Ein Text von der französischen Künstlerin Géraldine Garçon, die in Barcelona lebt und künstlerische Kreationen macht über das Alltagsleben der Städte, in denen sie lebt.

Dieser Text ist der dritte einer Serie von Porträts der Stadt Barcelona, die von Europäern verfasst sind. Hast Du Dich in Barcelona verliebt? Mach mit in der Redaktion des Barcelona-Blogs von cafebabel.com.

Übersetzung von Ricarda Lynn Otte