Der Weihnachtsmann am Backrohr

Artikel veröffentlicht am 3. Januar 2006
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Artikel veröffentlicht am 3. Januar 2006

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Gourmets Europa, versammelt eure Geschmacksnerven ! Für die Liebhaber kulinarischer Vielfalt haben wir ein virtuelles, an Traditionen reiches Menü erstellt...

250 Euro werden in Europa im Durchschnitt für die weihnachtlichen Festlichkeiten ausgegeben... Zu diesem Preis gönnen sich Franzosen Champagner und foie gras, die Norweger Lachs und die Portugiesen gekochten Dorsch. Überall auf dem Kontinent ist das Essen zum 24. Dezember Anlass, sich Genuss zu bereiten. Meistens in der Familie, um einen schön gedeckten Tisch. Warum also nicht einmal ein Menü ausprobieren, dass dieser geschmacklichen Vielfalt des „alten Europa“ alle Ehre macht? Ein Gericht, ein Land, eine Geschichte...

Glühwein auf schwedisch

Der Glögg ist ein Gewürzwein, der normalerweise in ganz Schweden während der Weihnachtszeit gereicht wird. Normalerweise isst man dazu Gewürzbrot. Er wird eine Woche vor der Bescherung zubereitet, damit die Aromen sich entfalten können. Das Rezept ist simpel. Rosinen und Mandeln passen vorzüglich zu diesem Getränk, für das Sie folgende Zutaten benötigen: eine Flasche Rotwein, 5 bis 20 Gewürznelken, 2 bis 4 Zimtstangen, 1 bis 2 Stück Ingwer, eine Zitronenscheibe, 125 bis 250 g Zucker, Vanillezucker, Kapseln des Ingwergewächses Kardamom. Zermahlt Zimt und Kardamom im Mörser und gebt die Gewürze und die Zitrone anschließend in ein Glas mit Wodka. Eine Nacht ruhen lassen. Gebt dann das Ganze mit dem Zucker und dem Wein in eine Kasserolle... Erhitzt die Mischung, ohne sie zum Kochen zu bringen. Dosiert Zucker und Wein je nach Geschmack... God Jul!

Tapas de Angulas

Die ‘Angulas’ – sehr junge, nur wenige Wochen alte Aale -, die zur Weihnachtszeit Preise bis zu hundert Euro das Kilo erzielen, sind in Spanien zum Jahreswechsel sehr beliebt. Sie werden vor allem von Oktober bis Februar nachts nach 21h gefischt. Ihren exorbitanten Preis verdanken sie den dabei verwendeten Methoden: auf traditionelle Weise, mit Laternenlicht und Netzen. Die Aale genießt man schlicht, in ein wenig Olivenöl frittiert, mit ein bisschen Knoblauch und Petersilie abgeschmeckt. Das Ganze wird auf einer schönen, sehr heißen Scheibe Brot serviert. Feliz Navidad!

Englische Pute

Was wäre Weihnachten ohne einen Hauch von „english taste“? Und ohne die traditionelle und unumgängliche Pute mit Rosenkohl (‚brussels sprouts’) an Preiselbeerkonfitüre? Der das ganze Jahr über eher unbeliebte Kohl verwandelt sich Anfang Dezember zum Star der britischen Auslagen. Machen Sie zuerst die typische Füllung: 175g Salbei, 4 Scheiben Toast, 1 geschlagenes Ei, 1 große Zwiebel, Salz, Pfeffer. Das Ganze mischen, damit die Innereien der Pute garnieren. Vierzig bis fünfzig Minuten Kochzeit pro Kilo braucht es, um sich mit den besten „cordon bleus“ auf der anderen Seite des Ärmelkanals messen zu können. Merry Christmas!

Süßigkeit aus Deutschland

Die Windeln Christi ausschlecken? Bekannt unter dem Namen ‚Christstollen’, wird dieser Kuchen seit mehr als 500 Jahren in Deutschland zubereitet. Seine Form soll angeblich an das Jesuskind in seinem Wickeltuch erinnern. 500 g Mehl, 200 g Puderzucker, ein Beutelchen Vanillinzucker, eine Prise Salz, 4 Tropfen Bittermandelessenz, 5 cl Rum, eine Winzigkeit geraspelte Zitronenschale, eine Prise Kardamom, eine Prise Muskat, drei ganze Eier, 175 g weiche Butter, 250 g Rosinen, 100 g Zitronat und 100 g Mandeln oder Haselnüsse... nicht mehr und nicht weniger! Für die genaue Zubereitung klickt ganz einfach hier. Wenn tatsächlich etwas übrig bleibt, kann man den Stollen theoretisch noch bis zu einem Monat in einer Alubox aufbewahren. Fröhliche Weihnachten!

Atmosphäre

Zu guter Letzt, da man ja vor allem mit den Augen isst, denkt auch noch an einen hübschen Weihnachstisch. Lasst euch hierzu etwa von einer Tradition aus dem Süden Frankreichs inspirieren: Drei verschiedene Tischtücher – am besten ein weißes, ein goldenes und ein rotes – werden übereinander gelegt und mit drei Kerzenständern dekoriert, um die Dreifaltigkeit zu symbolisieren. An Heiligabend selbst liegt die weiße obenauf, am nächsten morgen die rote. Und wenn nach der Christmette noch ein kleines Hungergefühl bleibt, gebt euch dem provenzalischen Brauch der 13 Desserts hin. Dreizehn, wie die dreizehn beim letzten Abendmahl Anwesenden – mit Trockenobst, eingelegten Früchten, Mandeln, Nougat, Nüssen, Datteln oder Fougasses-Brötchen. Joyeux Noël!