Der Urlaub mit Wirkung

Artikel veröffentlicht am 6. Mai 2014
Artikel veröffentlicht am 6. Mai 2014

Auf Du und Du mit der Welt

Herumreisen wird in vielen Dimensionen anders -  besonders dank kleiner europäischer Projekte wie ImpacTrip von Rita Marques, das diesen Sommer in den Startlöchern steht.

Die Nach­tei­le des heu­ti­gen Tou­ris­mus sind weit be­kannt: Um­welt­ver­schmut­zung, Aus­beu­tung von Ar­beits­kräf­ten, Ver­schwen­dung von En­er­gie und Res­sour­cen.

Die Lö­sung für das schlech­te Ge­wis­sen und der An­satz zu einem um­welt­be­wuss­ten Rei­sen soll der „Vol­un­tou­ris­mus“ sein. Doch was ist die klin­gen­de Be­zeich­nung des neuen Rei­se­stils? Es ist die Ver­bin­dung aus Tou­ris­mus und Frei­wil­li­gen­ar­beit und möch­te dem Rei­sen­den eine völ­lig neue Art des Rei­se­ge­fühls ver­mit­teln – die Si­cher­heit etwas Gutes getan zu haben ohne auf das Aben­teu­er des Ent­de­ckens eines neuen Lan­des ver­zich­ten zu müs­sen.

Immer mehr Men­schen zieht es hin­ter die Gren­zen ihres Hei­mat­lan­des, immer mehr wol­len mehr als nur die ty­pi­schen Sight­see­ing Hot­spots er­kun­den. Mit Eu­ro­pa als bei­na­he bar­rie­re­frei­es Kon­glo­me­rat der ver­schie­dens­ten Kul­tu­ren bie­tet sich dem Neu­gie­ri­gen ein gro­ßer Pool an Mög­lich­kei­ten.

Der Spa­gat zwi­schen Ler­nen und Han­deln

Das Pro­jekt Im­pac­Trip bringt Ur­laub und so­zia­le Ver­ant­wor­tung unter einen Hut.

Mit dem Kon­zept im Hin­ter­kopf will das Pro­gramm eine Reise nach Por­tu­gal mit einer po­si­ti­ven so­zia­len und öko­lo­gi­schen Wir­kung ver­bin­den.

Ge­star­tet hat die In­itia­ti­ve Rita Mar­ques. Ein so­zia­les Pro­jekt, das ge­sell­schaft­li­che und um­welt­tech­ni­sche Pro­ble­me in Por­tu­gal be­kämp­fen will und gleich­zei­tig einen Ein­stieg in die por­tu­gie­si­sche Spra­che bie­tet.

Im di­rek­ten Kon­takt zu Be­trof­fe­nen bei den Vol­un­te­er-Part­nern wie Far­men, Kran­ken - oder Wai­sen­häu­sern sol­len dem Teil­neh­mer die drei Säu­len, auf die das Pro­gramm auf­baut, näher ge­bracht wer­den – Frei­wil­li­gen­ar­beit, Spra­che und Rei­sen.

Mor­gens ver­sucht man sich im Sprach­kurs bei ein­hei­mi­schen Pro­fes­so­ren, nach­mit­tags ar­bei­tet man bei den lo­ka­len Part­nern, wo­chen­ends reist man auf ei­ge­ne Faust los. Ihr ein­mo­na­ti­ges Flagg­schiff-Pro­gramm Li­ving Por­tu­gal bleibt in die­sem Rah­men, wäh­rend man die vier Städ­te Porto, Lis­bon, Évora und Alb­ufei­ra be­reist.

In die­ser Zeit kann man sich in den ver­schie­de­nen An­ge­bo­ten des Pro­gramms ver­lie­ren und die Sei­ten Por­tu­gals ab­seits des her­kömm­li­chen Tou­ris­mus ken­nen­ler­nen.

Das Meis­te aus der Aus­zeit holen

Laut Rita Mar­ques muss man nicht ans an­de­re Ende der Welt rei­sen, um etwas zu be­wir­ken. Des­halb spe­zia­li­siert sich ihre Idee des ver­ant­wort­li­chen Tou­ris­mus noch auf Por­tu­gal. So­zia­le Un­gleich­hei­ten, oft her­vor­ge­ru­fen durch Tou­ris­mus, könne man eben­so gut damit be­kämp­fen.

Im­pac­Trip grenzt sich so von den welt­wei­ten Vol­un­tee­ring Or­ga­ni­sa­tio­nen wie WWOOF (World­wi­de Op­por­tu­nities On Or­ga­nic Far­ming) ab, da es sich nicht als „Kost und Logis Pro­jekt“ ver­steht son­dern ihr Au­gen­merk auf das Er­ler­nen der Spra­che legt. Dar­aus re­sul­tiert zwar ein eher ge­lenk­te­res Rei­sen aber auch eben­so eine in­ten­si­ve­re In­te­grie­rung in die por­tu­gie­si­sche Um­welt.

Mit WWOOF er­hält man die Rah­men­be­din­gun­gen, um die Welt al­lei­ne zu er­kun­den. Ein Mit­glieds­bei­trag (je nach Land un­ter­schied­lich), eine Email an die ge­wünsch­te Farm, eine Zu­sa­ge und einen Flug spä­ter fin­det man sich schon in einem völ­lig neuen Um­feld wie­der.

Unter der Woche ar­bei­tet man auf einer Farm, mit der Fa­mi­lie, die diese be­treibt, und an­de­ren „Wwoo­fern“ aus aller Her­ren Län­der. Es wird zu­sam­men ge­wohnt, ge­ges­sen und ge­lernt, wie Land­wirt­schaft auf eine rück­sichts­vol­le Art um­zu­set­zen ist. Am Wo­chen­en­de steht es einem frei, das neue Land nach den ei­ge­nen Wün­schen ken­nen­zu­ler­nen.

"Mit wenig Auf­wand die Welt ver­bes­sern"

Für Rita Mar­ques kann eine noch so klei­ne gute Tat das Po­ten­zi­al zur gro­ßen Wir­kung haben.

Or­ga­ni­sa­tio­nen wie Impac­Trip oder WWOOF än­dern unser Rei­se­ver­ständ­ins, fri­schen ne­ben­bei den Le­bens­lauf auf und ver­bin­den Ziele, die der Mensch gerne an­strebt – Ler­nen, Hel­fen und Er­le­ben.

An­mel­dun­gen für Im­pac­Trip wer­den der­zeit unter rita.​im­pac­trip@​gmail.​com und via face­bookIm­pac­trip In­ter­na­tio­nal, für WWOOF unter www.​wwoof.​net ent­ge­gen­ge­nom­men.