Der Erweiterungs-Prozess mit ERASMUS: Der EU einen Schritt voraus

Artikel veröffentlicht am 1. Dezember 2003
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Artikel veröffentlicht am 1. Dezember 2003

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ERASMUS, ERASMUS Mundus, ERASMUS Mundus Masters Courses – der Beginn einer europäischen, internationalen Karriere oder eine monatelange Party?

Seit seinem Start im Jahr 1987 ist das ERASMUS-Programm ein wichtiger Beitrag, um die immer enger zusammenwachsende Union einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen – vor allem den jungen, weltoffenen und cleveren Menschen, die die zukünftige Elite Europas bilden werden. Nicht zufällig ist der Teil des ERASMUS-Projektes, der für die Mobilität der Studenten zuständig ist, am bekanntesten – während andere Aktivitäten wie verschiedene transnationale Projekte und das „European credit transfer system” (ECTS) eher unbekannt sind. Unter den Vergünstigungen, die heutige Studenten erhalten, sind ein (mehr oder weniger) professionelles internationales Büro an fast jeder europäischen Institution höherer Bildung, eine wachsende Zahl von englischsprachigen Kursen sowie eine erhöhte Chance, dass das Auslandsstudium an ihren Heimatuniversitäten voll anerkannt wird. Und die Schwachpunkte des Programms? Zweifellos die geringe Zahl der Einzelstipendien, die das Studieren im „Westen“ für Studenten aus Mittel- oder Osteuropa beschwerlich macht. Hinzu kommt der zweifelhafte Ruf vom ERASMUS-Programm selbst, das von den meisten eher als eine über ein halbes Jahr dauernde Party und nicht als ernsthafter Schritt in Richtung einer mehrsprachigen und interkulturellen europäischen Karriere angesehen wird.

„ERASMUS“ klingt es überall – Ausnahmen: Schweiz und Vatikan

In Sachen Erweiterung ist ERASMUS ein Vorreiter. Im aktuellen Zeitraum von 2000-2006 nehmen nicht nur die 12 Beitrittsländer, sondern auch Nicht-Beitrittsländer wie Island, Norwegen und Liechtenstein als gleichwertige Partner teil. Die einzige eklatante Ausnahme ist die Schweiz (obwohl wir nicht vergessen sollten dass der Vatikan ebenfalls keine ERASMUS-Studenten aufnimmt).

Die Türkei wird vom akademischen Jahr 2004/ 05 an vollwertiges Mitglied des ERASMUS-Programm werden. Die Prozedur sieht vor, dass jede türkische Universität oder höhere Bildungseinrichtung, die Studenten empfangen oder ins Ausland schicken will, zuerst die so genannte ERASMUS Universitäts-Charta als ein Qualitätssiegel für ihre Politik und Ziele in Bezug auf die europäische Kooperation erlangen muss. Diese Bewerbung wird im Internet auf der Seite www.socleoyouth.be durchgeführt, die nächste Einsendefrist ist der 1. November 2003. Die, die dabei Erfolg haben, können sich dann bei ihrer neu gegründeten Nationalagentur (www.dpt.gov.tr/ulusalajans) um Mobilitäts-Zuschüsse für Studenten (und auch Dozenten) bewerben. Im Moment laufen im Rahmen eines „Testlaufs“, der den Studenten nur ein eingeschränktes Maß an Mobilität bietet, 15 Pilot-Projekte zwischen Universitäten der Türkei und der EU. Eine Liste teilnehmender Institutionen findet sich am Ende des Artikels.

„Europas Beste“ als Exportprodukt

Und während noch die zukünftigen Grenzen der EU diskutiert werden, wird „ERASMUS Mundus“ eingerichtet, ein neues Programm das perfekt zum missionarischen Geist der Prodi-Kommission passt „Europas Beste“ in die ganze Welt zu exportieren. „ERASMUS Mundus“ wird Studenten und Absolventen außerhalb Europas an europäische Universitäten einladen. Aufgabe des Programms ist es, den Dialog zwischen Kulturen und Wissenschaften zu fördern und den europäischen Bildungsmarkt in Form zu bringen, damit er im Wettbewerb mit Universitäten aus Übersee erfolgreich ist.

Zu guter letzt zeigt die elitäre Zielsetzung des geplanten „Erasmus Mundus Masters courses“, bei dem die besten akademischen Absolventen aus Europa und der Welt miteinander studieren und dank großzügiger Unterstützung der EU von einer Spitzen-Universität zur nächsten wechseln werden, die neue Botschaft aus Brüssel: Nur die Besten werden genug Geld bekommen um zu arbeiten, zu studieren, ausgebildet zu werden .... und zu feiern!