Der Dalai Lama im EU-Parlament

Artikel veröffentlicht am 4. Dezember 2008
Artikel veröffentlicht am 4. Dezember 2008
Nach den Vertretern des Christentums, des Islam und des Judentums hat am 4. Dezember auch der Dalai Lama eine Rede im Europäischen Parlament gehalten.

"China fehlt eine moralische Autorität zur Supermacht"

Nach den Vertretern des Christentums, des Islam und des Judentums hat am 4. Dezember auch der Dalai Lama eine Rede im Europäischen Parlament gehalten. Nachdem er vom derzeitigen Präsidenten des Parlaments, Hans-Gert Pöttering (CDU), empfangen wurde, unterstrich er die Wichtigkeit des Rechts auf ein glückliches und befriedigendes Leben, auf Glück, unabhängig von der sozialen Schicht oder der Rasse. Außerdem äußerte er sich in seiner Rede zum Thema der religiösen Harmonie und zur Rolle der Frau in der Gesellschaft. Der Dalai Lama erklärte des Weiteren, dass er sich selbst schlicht als „einen der sechs Milliarden Menschen auf der Erde“ betrachte. Die Europaparlamentarier waren von dieser Bescheidenheit besonders angetan und würdigten den Dalai Lama mit Standing Ovations am Ende seiner Rede. Natürlich durfte die heikle Tibet-Frage in der Rede nicht fehlen, wobei der Dalai Lama aber nicht die Sezession beziehungsweise die Unabhängigkeit von der Volksrepublik China forderte. Er wünsche sich jedoch eine Autonomie, und fügte hinzu, dass „China eine moralische Autorität zur Supermacht“ fehle.