Das geheime Herz Berlins

Artikel veröffentlicht am 3. August 2010
Artikel veröffentlicht am 3. August 2010

Es gärt in Ber­lin. Die letz­te Aus­stel­lung, die neu­es­ten Kunst­wer­ke, geile Klubs und al­ter­na­ti­ve Knei­pen - alles was man sucht, kann man hier er­le­ben. Doch eine ge­hei­me Strö­mung, die mit In­di­en zu tun hat, hat sich breitge­macht - hat hier star­ke Wur­zeln ge­pflanzt.

von Ste­fa­no Lip­piel­lo

Yoga und Yo­ga­schu­len

Die Verbreitung dieser orientalischen Disziplin in die deutsche Hauptstadt kann man gut bei einem Spaziergang durch Berlin erkennen: Viele Yoga-Studios und Schulen als auch Plakate mit Anzeigen für Yogakurse, die neugierig machen, sind zu sehen. Im Laufe der Jahre ist die Zahl der gestiegen: 150 Ende der 90er, 200 sind es aktuell und diese Anzahl wird gewiss noch steigen, weil immer mehr Leute jedes Jahr die Ausbildung für Lehrer besuchen.

Hin­ter der re­nom­mier­ten Szene, die ein sehr viel­fäl­ti­ges Kurs­an­ge­bot an­bie­tet, gibt es eine rie­si­ge An­zahl von pri­va­ten Leh­rern und wenig be­kann­ten Schu­len, die eben­falls einen guten Ruf unter den Be­geis­ter­ten haben. Ein gutes Bei­spiel ist Yogi Nanak Dev Singh Khal­sa, der in Pankow un­ter­rich­tet und mit sei­nen 40 Jah­ren Er­fah­rung einen der äl­tes­ten in Berlin ist.

Ei­ner­seits sind viele Yo­ga­schu­len mehr als nur pro­fa­ne Fit­ness­stu­di­os, die sich durch Ge­sund­heits­pro­gram­me kenn­zeich­nen, an­der­seits haben die an­de­ren eine aus­ge­präg­te spi­ri­tu­el­le Rich­tung und stüt­zen sich mehr auf Me­di­ta­ti­ons­tech­ni­ken, um „sich stän­dig und be­wusst auf die Gött­lich­keit zu­zu­be­we­gen“, wie das Ziel des Yogas in Bha­ga­vad Gita, das Haupt­werk nach Ma­hat­ma Ghan­di, lau­tet.

Yo­ga-Fes­ti­val

In Berlin findet auch das größte Yoga Festival Europas statt. Dieses Jahr wurde es zum 10. Mal organisiert: 5000 Besucher wurden gezählt.

Das Fes­ti­val hat im Laufe der Jahre eine in­ter­na­tio­na­le Be­deu­tung ge­won­nen und zieht Be­su­cher aus ganz Eu­ro­pa an. Unter den Zel­ten und auf dem Markt kann man junge Leute Eng­lisch oder Fran­zö­sisch spre­chen hören. Das sind die Er­folgs­for­meln des Fes­ti­vals, das einen guten Über­blick über die vielfaltige Dis­zi­plin des Yogas an­bie­tet. Wäh­rend des Fes­ti­vals hal­ten so­wohl in­ter­na­tio­na­le re­nom­mier­te Meis­ter als auch viele Leh­rer der Schu­len in Ber­lin ihre Se­mi­na­re. Unter ihnen gibt es den hun­dert­jäh­ri­gen Yogi Swami Yo­ga­n­an­da, der alle Teil­neh­mer mit sei­nen be­weg­li­chen Be­we­gun­gen er­staunt, und der lehrt, das Son­nen­licht zu­sam­men mit der Luft di­rekt ein­zu­at­men.

Auf der Wiese des Festivals treffen sie sich Lehrer der vedischen Astrologie, Lehrer der heiligen Tänze, wie die islamischen mystischen Sufis, und Meister von Meditationen, die auf die Anwendung des Gongs basieren - bei den Teilnehmern des Festivals sehr beliebt.

Ein geheimes Herz pulsiert in Berlin.

Sapta Cha­kra. Aus einem Yo­ga-Ma­nu­skript, 1899.(c) 1: http://​www.​yogaartandscience.​com 2: flickr/my­yo­gaon­line 3: li­zenz­frei