Das Fest der kulturellen Minderheiten

Artikel veröffentlicht am 5. Juli 2005
Artikel veröffentlicht am 5. Juli 2005

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In jüngster Zeit steigt das Interesse an kulturellen Minderheiten in Europa. Veranstaltungen wie das Csángó Festival, ursprünglich der ungarischen Minderheit in Rumänien gewidmet, inszenieren farbenprächtig die Vergangenheit europäischer Ethnien.

Angesichts der zunehmenden Assimilierung und des zahlenmäßigen Rückgangs der außerhalb ihres Heimatlandes lebenden ungarischen Bevölkerung beschlossen zwei junge ungarische Tänzer vor 15 Jahren, ein Festival ins Leben zu rufen, auf dem Tradition und Lebensweise der ethnischen Minderheiten im karpatischen Becken vorgestellt werden sollten. Die ursprüngliche Idee bestand darin, die sehr alte und reiche Kultur der moldawischen Csángó, der im heutigen Rumänien lebenden ungarischsprachigen Bevölkerung, zu bewahren und wieder aufleben zu lassen. Heute beträgt die Zahl der Csángó etwa 250.000 Menschen, die die wechselhaften Umstände der vergangenen Jahrhunderte überlebt haben, einschließlich der grausamen Diktatur unter Ceau?escu.

Weltweite Beteiligung

In diesem Jahr findet das Csángó-Festival zum fünfzehnten Mal statt, in Jaszbereny, einer Kleinstadt 80 Kilometer östlich der ungarischen Hauptstadt Budapest. Die Bandbreite der auf dem Festival vertretenen Ethnien ist seit seinen bescheidenen Anfängen deutlich internationaler geworden: an dem farbenprächtigen Kulturprogramm haben bereits Künstler aus Georgien, Finnland, Mazedonien, Portugal, Slowenien, Spanien und Wales teilgenommen. Hunderte Tänzer und Musiker treffen sich dort, um ihre kulturelle Verschiedenheit zu zeigen und zu feiern. Sie tauschen sich über die Situation von Minderheiten aus, diskutieren über deren alltägliche Probleme und schließen nicht zuletzt auch Freundschaften.

Zusätzlich zu den Konzerten und anderen Darbietungen werden zur Freude der Teilnehmer und Besucher traditionelle Tanzstunden, Handarbeitsworkshops und Ausstellungen angeboten. Für dieses Jahr haben die Organisatoren angekündigt, dass außer den Künstlern aus Ungarn und seiner näheren Umgebung auch Darsteller aus Polen, der Türkei, Serbien-Montenegro, Frankreich (der Bretagne) und sogar Kolumbien ihre traditionellen Bräuche vorstellen und Folklore-Tänze aufführen werden. Ebenso versprechen die diesjährigen Konzerte interessant zu werden: Es werden unter anderem das Boban-Markovic-Orchester und die bekannte Szaszcsavas-Band an der internationalen Fiesta teilnehmen. Neben der Vermittlung universeller kultureller Werte bietet das Festival auch Gelegenheit, Freundschaften zu schließen und ganz einfach Spaß zu haben. Die internationale Sprache von Musik und Tanz, die Besonderheiten der völkischen Traditionen, die lebendige Atmosphäre und die vielen lächelnden Gesichter bewegen viele Besucher jedes Jahr dazu nach Jaszbereny zu fahren.

15. Csángó-Festival

Jászberény, Ungarn

4. bis 9. August 2005

www.jne.hu