Coimbra mit 50 Euro

Artikel veröffentlicht am 22. August 2007
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Artikel veröffentlicht am 22. August 2007

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Wiege von 6 Königen und einer über 700 Jahre alten Universität, Obdach für Bohême und Studenten, Festung des Humanismus und der Liebe in Portugal. Coimbra ist "eine Lektion in Traum und Tradition, bei der man lernt, was Saudade bedeutet".

(Foto: ©Jrodrigues/Flickr)

Kunstlektion an der Universtität: 6 Euro

Es ist zwar Sommer, aber das hält den Besucher nicht davon ab, das Campusgelände der Uni zu besuchen. Besonders, wenn es sich dabei um eine der ältesten Hochschulen Europas handelt. Bereits im Jahr 1290 gegründet, ist sie die "Königin von Coimbra". Und wenn man schonmal in der Stadt ist, findet man sie sehr einfach. Überall weisen Schilder den Weg in die Hörsäle, wo viele weltbekannte Intellektuelle ihre Karriere begannen. Ein Besuch führt auch immer in den Saal des Capelos, den großen Akt-Saal, die Kapelle, das akademische Gefängnis – eines der wenigen gut erhaltenen, mittelalterlichen Gefängnisse in Portugal – und die Joanina-Bibliothek – eine Schatzkammer des barocken Europa!

(Foto: ©Jocusilpa/flickr)

Eine Lektion in Sachen Liebe in Quinta des Lagrimas: 2 Euro

Coimbra ist nicht nur in akademischen Kreisen bekannt: die Stadt hat zahlreiche Legenden. Die Bekannteste handelt von Prinz Pedro und Ines de Castro, eine Zofe seiner Frau (der Prinzessin Constanca). Pedro und Ines sind die Protagonisten in der wohl tragischsten Liebesgeschichte Portugals. Im Laufe der Zeit haben sowohl einfache Leute als auch diverse Schriftsteller – so zum Beispiel Camoes oder Henry de Montherlant (Die tote Königin) – die Legende am Leben erhalten. Die Geschichte spielt im Park Quinta de Lagrimas und ist aus einer historischen Episode entstanden. Die beiden Geliebten trafen sich heimlich im Park, der seinen Namen "Lagrimas" (Tränen) nicht von ungefähr hat, wurde doch hier 1355 Ines durch die Berater von König Alphonse IV., dem Vater von Pedro, hingerichtet. Der König befand, die Liaison stände den Interessen des Königreichs ebtgegen. Zwei Jahre später wurde Pedro dann König. Voll Zorn und Ärger wollte er den Tod von Ines rächen. Er ließ die Verantwortlichen töten und Ines Leichnam ausgraben. Den Kadaver setzte er auf den portugiesischen Thron und verlangte von allen Adligen, dass sie die tote Königin küssten! Heute stehen sich die beiden Liebenden am Kloster Alcobaca gegenüber, und die Quinta ist inzwischen ein Pflanzenmuseum mit vielen Springbrunnen. Nebenan ist ein Palast aus dem achtzehnten Jahrhundert, der in ein Luxushotel umgebaut wurde. Das Wasser in einem nach den 'Liebenden' benannten Brunnen ist mit roten Pigmenten versetzt. Die Legende behauptet, dass es sich dabei um das Blut der toten Ines handelt. Tatsächlich ist der Grund für die rote Farbe aber nur wenig spektakulär: Allein die Pflanze Hildenbrandia rivularis ist dafür verantwortlich.

(Foto: ©monsistex/flickr)

Lektion in Klassik in Conimbriga: 3 Euro

Coimbra wurde von den Römern gegründet. Ganz in Stadtnähe kann man die Ruinen von Conimbriga besichtigen. Ein Pflichttermin für alle Archäologie-Fans. Neben gut erhaltenen Wandmalereien und alten Thermen gibt es dort auch herrschaftliche Bürgerhäuser, ein Heizungssystem und alte Gehwege mit Mosaiken. Das großartige Vermächtnis wird durch das Monographie-Museum ergänzt.

(Foto: ©Corto Maltese/flickr)

Sportstunde im Kanu: 20 Euro

Der Mondego ist der größte Fluss mit Quelle in Portugal. Seine starke Strömung macht ihn zu einem günstigen Revier für Kanuten. Am besten probiert man Kanufahren an einem heißen Sommertag in Coimbra aus. Bei einer organisierten Tour fährt man durch die grüne Landschaft. Eine Sensation!

(Foto: ©Paulo Victor/flickr)

Kulinarische Lektion und Gesang: 19 Euro

Fado, der typische Gesang, gehört zu Coimbra wie ihre stolze Universität. "Coimbra entfaltet seinen Zauber immer in der Stunde des Abschieds", so sagt man. Aber die Stadt verzaubert einen auch zur Essenszeit, und wenn man zum Klang des Fado isst, wird es noch schöner! Das Restaurant Trovador bietet genau diese traumhafte Kombination. Gegenüber einer alten Kathedrale gelegen, gibt es dort regionale Spezialitäten, wie zum Beispiel das berühmte gebackene Zicklein. Das Wort Saudade bleibt allerdings unübersetzbar. Man sagt, es bedeutet etwa soviel wie "Nostalgie". Und nur eine Rückkehr nach Coimbra kann den wahren Sinn enthüllen. Bereit für eine neue Lektion?

(Foto: ©Sindy Nero/flickr)