Coeurs (Herzen)

Artikel veröffentlicht am 8. November 2007
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Artikel veröffentlicht am 8. November 2007
Frankreich, Italien, 2006 : Alain Resnais. Regie : Sabine Azema, Lambert Wilson, Pierre Arditti, André Dussollier. Darsteller Diesen Alain Resnais-Film, der in Frankreich und Italien co-produziert wurde, konnten wir in der Rubrik „Eurimages“ sehen. Es handelt sich nicht um einen neuen Film, da er in Frankreich schon seit dem 22.
November 2006 auf DVD erhältlich ist und man in Spanien eine synchronisierte Fassung auf DVD bestellen kann.

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Für den Film standen vermutlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als für viele andere Filme des Festivals (zumindest scheint es so bei der Betrachtung der Bildqualität). Er ist einfach köstlich. Das Erste, was die Aufmerksamkeit des Betrachters weckt, ist der natürliche, ehrliche Humor. Ein Humor, der unmittelbar durch die Personen, die Situationen und der Identifikation des Zuschauers mit den Darstellern entsteht. Nichts desto trotz ist es gleichzeitig auch ein Drama, eine Geschichte über einsame Personen, ohne Liebe. Man sieht Menschen, die ihren Platz im Leben nicht finden und selbst im fortgeschrittenen Alter noch nicht einmal ihren Weg eingeschlagen haben. Die Darsteller spielen ihre Rollen hervorragend, vor allem (zumindest meiner Meinung nach) André Dussollier (Thierry, der Immobilienmakler) und Sabine Azema (seine Arbeitskollegin). Es sind einfache Persönlichkeiten, normale Personen, obwohl nicht alle so sind, wie sie scheinen. Die Wege der sechs Protagonisten überschneiden sich nach und nach, so dass am Ende des Films alle irgendwie etwas miteinander zu tun haben. Der Film ist auch eine Komödie voller Verwirrung und Missverständnissen (oder vielleicht sind auch nicht alle gleich Missverständnisse). „Planspiele“ (durch Benutzung von Zeichnungssätzen), Musik und Licht sind drei Eckpfeiler im Kino dieses Filmemachers. Das überraschendste und poetischste Element des Films ist das „Schneegestöber“ auf der Leinwand zwischen manchen Szenen. Der Film ist ziemlich langsam, aber wirkt dadurch nicht lang, der Rhythmus ist angenehm und führt den Zuschauer wie ein Fluss zum Ende der Geschichte. So wie in vielen europäischen Filmen ist das Ende nicht irgendein Ende, man stellt sich vor, dass die Geschichte genauso weitergehen könnte. Ich kann euch den Film nur wärmstens empfehlen, wenn ihr die Gelegenheit habt ihn zu sehen und wenn ihr Lust habt ein wenig zu schmunzeln, auch wenn man nach dem Film noch einen melancholischen Nachgeschmack behält.

Sara Domínguez Martín

Übersetzt von

Björn Gillmann