Chaostage bei der CSU

Artikel veröffentlicht am 2. Oktober 2008
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Artikel veröffentlicht am 2. Oktober 2008
Niemand hätte wohl gedacht, dass es jemals zu so einer Situation kommen würde? Minus 17% bei der letzten Wahl, die jahrzehntelange Alleinherrschaft beendet, Parteichef, Generalsekretärin und sogar der Ministerpräsident zurückgetreten. Seit Sonntag kein anderes Thema in den Medien als die Wahlschlappe der CSU. Man könnte meinen, Bayern steht vor dem Ende.
Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass diese Partei noch immer 43% hat. Ein hoher Wert, den es anderswo kaum gibt. Jammern auf hohem Niveau eben.

Nun bringen sich alle möglichen Nachfolger Becksteins in Stellung. Alle die (ausser Seehofer), die unter Stoiber nur in geduckter Haltung marschieren durften und die jetzt ihre Chance wittern. Ein Thomas Goppel, der nicht einmal in seinem Bezirk zum Vorsitzenden gewählt wurde, ein Georg Schmid, der wohl einen Großteil seiner Zeit vorm Spiegel verbringt und das umstrittene Nichtraucherschutzgesetz auf den Weg brachte und dazu ein glanz- und profilloser Joachim Herrmann. Sie treten gegen Horst Seehofer an, dem Wunschkandidaten von Edmund Stoiber, der wohl schon seit Wochen, spätestens jedoch seit der verkorksten Wahl die Strippen im Hintergrund zieht. Sollte Seehofer wirklich Ministerpräsident werden, wer vertritt dann die CSU würdig in Berlin? Da gibt es sonst niemanden.

Egal wer von den vieren das Rennen gewinnt, solange man nicht wieder für die Bevölkerung regiert statt über sie, werden die Wahlergebnisse nicht besser werden. Zu viele Reformen und Entscheidungen wurden über die Köpfe des Volkes weg entschieden. G8, Isental, Milchstreit, Gentechnik, Nichtraucherschutzgesetz, Forst- und Beamtenreform, jedes dieser Themen - und das sind noch nicht alle - hat der CSU Stimmen gekostet. Aber auch wenn sich so mancher in den Tiefen der bayerischen Provinz es sich nicht vorstellen kann. Eines können sie trotzdem sicher sein: Auch ohne CSU wird Bayern nicht untergehen!