“Cannes kam nach uns”

Artikel veröffentlicht am 4. Juli 2005
Artikel veröffentlicht am 4. Juli 2005

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Krystof Mucha, leitender Direktor des internationalen Filmfestivals von Karlovy Vary (Karlsbad), erzählt café babel, warum man das Event in Tschechien nicht verpassen sollte.

Kann man Karlovy Vary mit anderen europäischen Film Festivals vergleichen?

Obwohl wir in der gleichen Kategorie sind, kann ich uns nicht mit Cannes, Berlin oder Venedig vergleichen, welche die größten Film Festivals der Welt sind. Doch Karlovy Vary ist den Großen auf den Fersen. Was Karlovy Vary so besonders macht, ist die Tatsache, daß es das prominenteste Festival seiner Art in Zentral- und Osteuropa ist. Wir haben Filme und professionelle Vetreter aus Polen, Ungarn und der Slowakei, was uns zum wichtigsten Event in der Region macht, besonders weil unsere Reichweite bis in die Ukraine und nach Lettland geht. Karlovy Vary bietet die Gelegenheit, Käufern aus Westeuropa und Amerika sowie den Vertretern von anderen Festivals Filme und Projekte zu präsentieren. Stellen Sie sich vor, Sie kommen von einem Filmvertrieb in Frankreich und wollen mehr über Events in der zentral- und osteuropäischen Filmindustrie erfahren. Die einzige Möglichkeit für Sie, solche Informationen zu bekommen, ist ein Besuch in Karlovy Vary, wo wir die Projekte vorstellen.

War das Festival sehr unterschiedlich zu Zeiten des kommunistischen Regimes?

Das erste Karlovy Vary Filmfestival wurde 1946 veranstaltet, Cannes kam erst nach uns. Doch während des kommunistischen Regimes mußten wir das Festival abwechselnd in Moskau stattfinden lassen. Aus diesem Grund werden wird dieses Jahr das 40. Jubiläum feiern und nicht das 59., wie es eigentlich sein sollte. All jene kommunistischen Festivals dienten einzig Repräsentationszwecken. Und dennoch wurden einige Leute, wie der spanische Surrealist und Regisseur Luis Buñuel davon verzaubert. Außerdem besuchten viele linksorientierte Amerikaner das Festival in kommunistischen Zeiten. Früher kamen viele interessante Leute, doch als das kommunistische Regime zu bröckeln anfing, kam niemand mehr nach Karlovy Vary. Erst als der Schauspieler und Präsident des Festivals, Jiri Bartoska, und die künstlerische Leiterin, Zaoralova, dazukamen, wurde es besser.

Ist es für Karlovy Vary einfacher geworden, Gelder von der Europäischen Union zu bekommen seit Tschechien der EU beigetreten ist?

Nicht wirklich. Wir sind nicht darauf ausgerichtet, nur europäische Filme zu zeigen – einzig wichtig ist für uns die Qualität der Filme. Daher erfüllen wir nicht ganz die Voraussetzungen für die Unterstützungsprogramme. Dennoch wird Viviane Reding, die EU-Kommissarin für Information, Gesellschaft und Medien, herkommen und wir werden versuchen, mit ihr zu zusammenzuarbeiten.

In wiefern wird sich das diesjährige Festival von den vorherigen unterscheiden?

Es wird noch volkstümlicher und schöner werden! Das Kino wird 320 Sitze mehr bekommen und dadurch werden 1500 mehr Eintrittskarten verkauft werden können. Außerdem haben wir den Zugang zum Kino vereinfacht. Dieses Jahr werden uns viele europäische Schauspieler, interessante Regisseure und viele Leute aus Amerika besuchen, unter ihnen Robert Redford und Sharon Stone. Und natürlich werden die Filme dieses Jahr neuer und besser sein!

40. Internationales Karlovy Vary Filmfest

Tschechien

1. bis 9. Juli 2005

http://www.iffkv.cz/?lang=en