Cafébabel: Was unsere neue Website mit Python und Pralinen zu tun hat

Artikel veröffentlicht am 17. April 2018
Artikel veröffentlicht am 17. April 2018

Cafébabel verändert sich - auch 2018. Wir erklären in einer kurzen Reihe, wonach euer Lieblingsmagazin bald aussehen wird. Neue Linie, neue Rubriken, neue Städte. Nichts weiter als das.

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt.“ Ich weiß nicht, was Forrests Mutter sich an diesem Tag dabei gedacht hatte, aber ihr Satz passt ziemlich gut zur Entwicklung der neuen Cafébabel-Seite. Nicht eine Sekunde lang hätte ich gedacht, dass mich derartig viele Überraschungen erwarten.

Seit mehreren Monaten arbeite ich zusammen mit unserem Team von Entwicklern an der Rekonstruktion des zentralen Elements, auf dem Cafébabel seit 17 Jahren basiert: seine Website. Die aktuelle Version stammt aus dem Jahr 2013 und hat damit längst ausgedient. Schlimmer noch: es war völlig unmöglich, sie in dieser Form noch aufrechtzuerhalten und zu aktualisieren. Der Code war so komplex, dass selbst die gewieftesten Entwickler sich die Zähne daran zerbrochen hätten.

Die Falle? - Python, so der Name der Programmiersprache, die für Cafébabel verwendet wurde. Zum Glück hat die nichts mit dem von Harry Potter und Lord Voldemort gesprochenen Parsel zu tun, Python ist eine Sprache, die zwar sehr 'leicht' aber leider nicht sehr verbreitet ist.

Für mich, der ich eigentlich Grafiker bin, war dieses neue Projekt die ideale Gelegenheit, etwas Neues dazuzulernen: Integration oder auch Front-End Webentwicklung. Das ist für einige jetzt bestimmt Fachchinesisch - deshalb hier ein paar Erklärungen. Eine Website ist ein bisschen wie ein Eisberg, den sichtbaren Teil für Benutzer nennt man das Front-End. Der untergetauchte Teil wird als Back-End bezeichnet.

Die neue Seite soll also from scratch, also von Grund auf neu gebaut werden. Erste Überraschung: Die Entwickler bestehen darauf, erneut mit Python zu arbeiten!

- Aber ich dachte, das war einer der Gründe, warum die vorherige Version so schwerfällig war?

- Nicht ganz, das eigentliche Problem war das Framework, vorher haben wir Django verwendet, jetzt nehmen wir Jinja.

- Ähm. Alles klar.  

Ich lege los mit der Arbeit und stolpere sofort in die nächste linguistische Falle: jQuery, die Sprache, die man verwendet, um Interaktionen für User zu erzeugen und von der ich dachte, die Grundlagen zu beherrschen, ist eigentlich nur ein simple Version für Javascript. Das fühlt sich ein bisschen an, als hätte man sein ganzes Leben Slang gesprochen und entdeckt nun plötzlich die Existenz der französischen Literatur. Aber zum Lernen ist es ja bekanntlich nie zu spät. Langsam aber sicher geht es mit dem Projekt voran.

Meine letzte Entdeckung - auch das Arbeiten als Einzelperson an der Seite ist ab jetzt Geschichte. Selbst für die kleinste Zeile Code gehört sich eine 'Review' mit den Programmierern. Nur so kann die Software-Entwicklung über kurz oder lang konsolidiert werden. Und ich nehme mich sehr ernst dbei, wenn ich das Wort 'konsolidiert' schreibe, denn unsere Developer sind so pingelig bei der Sache, dass selbst das kleinste Leerzeichen korrigiert werden muss. Aber das nennt man eben Disziplin...

Und genau die braucht Cafébabel auch, um sich für die Zukunft zu wappnen. Eine neue redaktionelle Ausrichtung, inhaltlich besser gestaltete, homogenere, besser funktionierende Inhalte, all das sind Ziele, die wir uns schon seit ungefähr einem Jahr neu gesteckt haben.

Kurz gesagt, nachdem wir html, jQuery, Javascript, Python und sogar Parsel mit Mrs. Gump gelernt haben, liegt die neue Website nun tatsâchlich in den Startlöchern. Mehrsprachig, versteht sich von selbst!