Cafébabel feiert 15 Jahre Europa in Real Life

Artikel veröffentlicht am 8. Februar 2016
Artikel veröffentlicht am 8. Februar 2016

In diesem Monat wird cafébabel 15 Jahre alt. Unser Chef hat ganz feierlich ein schickes cafébabel-T-Shirt übergestreift. Auf seiner alten Computer-Tastatur lässt er ein Jahrzehnt Revue passieren und kommt in einer Mischung aus Nostalgie und Sentimentalität zu dem Schluss: Ohne euch da draußen wäre cafébabel nie möglich gewesen.

Wir schreiben das Jahr 2001. In einer Zeit, in der Emails nur sporadisch gecheckt wurden und Facebook noch ein unbeschriebenes Blatt war, hatten ein paar Erasmus-Studenten eine gemeinsame Vision: zusammen ein Europa-Magazin auf die Beine zu stellen. 

In Raum 304 des „Institut d’Etudes politiques“ in Straßburg hat alles seinen Anfang genommen. Stundenlang haben wir uns mit dem Web-Editor Dreamweaver herumgeschlagen, bis wir endlich auf einem alten Computer die Enter-Taste drücken konnten. Das war die Geburtsstunde von cafébabel. Die ersten Artikel ließen nicht lange auf sich warten. In vier Sprachen haben wir die ersten zwölf Artikel übersetzt. Mittlerweile hat sich cafébabel vom Studentenprojekt zu einer professionellen Nachrichten-Website gemausert.

Zusammen mit Adriano Farano und Simon Loubris habe ich vor 13 Jahren die erste professionelle Redaktion in Paris gegründet, die allen Babelianern etwas sperrig als „RCE“ (Rédaction centrale européenne, Europäische Zentralredaktion) bekannt ist. Seitdem sind wir Paris treu geblieben. Unsere Crew besteht aus 12 festen Mitarbeitern. Mit Stolz und Begeisterung tragen sie das cafébabel Corporate-T-Shirt und Schnurbärte.

Unsere ersten Gehversuche haben wir auf Französisch, Italienisch, Spanisch und Englisch gemacht. Ja, richtig gelesen. Deutsch gehörte nicht dazu. 2004 war es aber endlich so weit. Katalanisch folgte, wurde 2008 wieder eingestellt, danach kam Polnisch als 6. Sprache im Jahr 2006.

Cafébabel hat sich bis an die äußerten Grenzen Europas einen Namen gemacht. Den Erfolg verdanken wir einem dynamischen Netzwerk aus 20 Lokalteams, die auf dem ganzen Kontinent verstreut sind. Von Sevilla über Brüssel bis nach Istanbul und Vilnius: Cafébabel zählt heute 1500 Babelianer. Jedes Jahr veröffentlichen wir knapp 4000 Artikel in sechs Sprachen. 

Cafébabel wäre ohne den unermüdlichen Einsatz der Übersetzer, Journalisten, Fotografen, Filmemacher, Lokalteams und festen Mitarbeiter NIE zu dem geworden, was es jetzt ist. Das Engagement geht bis und über die Grenzen Europas hinaus.

Ein Ende ist lange noch nicht in Sicht. Anlässlich unseres 15. Geburtstags haben wir eine kleine Überraschung für euch vorbereitet: ein Roadmovie, das die Geschichte von cafébabel Revue passieren lässt und ein Buch (ja, mit echtem Papier), das die Reportagen- und Foto-Crème de la Crème der letzten Jahre bündelt. Crowdfunding macht's möglich. Hoffentlich! Bald! 

Dieser Geburtstag ist auch euer Geburtstag. Schaut in den Spiegel, zwinkert euch zu und feiert euch. Glüüückwunsch in alle Himmelsrichtungen!