Café Label im November

Artikel veröffentlicht am 2. November 2007
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Artikel veröffentlicht am 2. November 2007

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Wir träumen uns in den Herbst mit melancholischem Song-Writer Pop und experimenteller Klaviermusik und verlängern den Sommer mit heißen Rhythmen und krachigen Gitarren: Die Europa-Musikagenda für November.

Duran Duran: Red Carpet Massacre

Duran Duran(Foto: ©Sony BMG)

Lady Di-Fans wissen es schon länger, denn bei der Gedächtnisfeier der verstorbenen Prinzessin traten sie im Londoner Wembleystadion auf und regten nicht nur Thronfolger William und seinen Bruder Harry zum eleganten Hüftschwung an: Duran Duran sind nach zwei Jahren Sendepause mit einem neuen Album zurück. Die Band, die sich nur mit Superlativen beschreiben lässt und auch dafür verantwortlich ist, dass mit den Musikvideos ein gänzlich neuer Industriezweig entstand, legt mit Red Carpet Massacre ein mit Spannung erwartetes 12. Studioalbum vor, bei dem, wie fast bei jeder erfolgversprechenden CD, der Megaproduzent Timbalake seine Finger im Spiel hatte. Pünktlich zur ersten Singleauskopplung "Falling Down"steht auch schon ein Skandal ins Haus: Das Musikvideo, das eine Britney-Spears-Doppelgängerin beim alkoholbedingten Absturz zeigt, darf wegen "zu kontroverser Szenen" im britischen Fernsehen nicht gezeigt werden. Das dürfte dem Charterfolg jedoch nicht im Wege stehen. Im Gegenteil: der Song ist bereits auf dem besten Wege, Duran Duran die 31. Top-30-Chartplatzierung in Großbritannien zu bescheren.

Sony BMG

VÖ: Italien: 05.11.

UK: 05.11.

Deutschland: 16.11.

Spanien: 20.11.

(Foto: ©Sony BMG)

Duran Duran: “Falling down”

Landscape Izuma: Kolorit

Landscape Izuma, das ist Tran Lap Vinh Georg, ein gebürtiger Österreicher mit vietnamesischen Wurzeln, der nach diversen Bandprojekten beschloss, alleine aufzunehmen und aufzutreten. Es gibt Musik, bei der man die Decke noch einmal weiter über den Kopf zieht und beschließt, heute nicht aufzustehen sondern die Gedanken einfach treiben zu lassen. Musik, die einen den Krawall und die Aufdringlichkeiten einer Außenwelt ausblenden und vergessen lässt und der man einfach richtig zuhören will, statt sie nur nebenher laufen zu lassen. Kolorit - das Debüt von Landscape Izuma - ist genau so ein Album. Für diese Art von Musik haben der deutsche Schauspieler und Musiker Robert Stadlober und sein Partner Bernhard Kern in Wien ihr Label "Siluh Records" gegründet. Sie haben sich die Förderung junger, interessanter Nachwuchskünstler aus dem österreichischen und osteuropäischen Raum zur Aufgabe gemacht. Dass sie dabei - eigentlich durch Zufall - auf Landscape Izuma mit seinem leisen, wunderschönen Songwriter-Pop trafen, dürfte nicht nur für die beiden Labelbetreiber einen Glücksgriff bedeuten.

Siluh Records

VÖ: bereits Ende Oktober

(Foto: ©Haiderer Photos)

Francesco Tristano: Not for Piano

Auf der einen Seite ein virtuoser, klassischer Pianist. Auf der anderen Seite ein junges Musiklabel - in erster Linie elektronisch. Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche CD, überraschend, kühn, mitreißend und abgerundet: Not For Piano von Francesco Tristano. Der in Barcelona lebende Musiker ist ein überzeugter Europäer. In Luxemburg bei seiner italienischen Mutter aufgewachsen, führten ihn seine Studien zwar zuerst nach New York, später aber zurück in mehrere europäische Länder. Aus diesen vielfältigen Eindrücken setzt sich auch sein neues Album zusammen, das einmal sehr fröhlich, dann wieder sehr düster und melancholisch wirkt. Mit seinen erst 25 Jahren scheut sich Francesco Tristano nicht, mit althergebrachten Konventionen klassischer Musik zu brechen und eingetretene Pfade zu verlassen. Ein berauschender Balanceakt zwischen den Stilen, der sicherlich bald in vielen Szenebars, Lounges oder Clubs zu hören sein wird.

In-Fine Music/Alive

VÖ Europa: 2.11.

(Foto: ©beats international)

Die Ärzte: Jazz Ist Anders

"Die beste Band der Welt", so nennen sie sich selbst. Ihre Fans, die dem deutschen Punk-Rock-Trio seit über 25 Jahren die Treue halten, sehen das ganz ähnlich. Ein neues Album ist zunächst ja nichts ungewöhnliches, doch wenn es ausschließlich auf Vinyl erscheint, ist das eine besondere Erwähnung wert. Die Grundidee dieses Albums "selbst ist Die Ärzte" zieht sich konsequent von den Aufnahmen - die Band hat sich selbst produziert - durch alle kreativen Bereiche. Von selbst geschossenen Fotos bzw. "Selbstauslöser-Fotos", über den größtmöglichen Einfluss auf den Videodreh: Die Ärzte sind 2007 autarker und selbstbewusster denn je. Wer zu der leider immer größer werdenden Mehrheit gehört, die keinen Plattenspieler besitzt, muss auf das Album aber glücklicherweise nicht verzichten. Jeder Vinylkäufer erhält einen Downloadcode, um sich die Songs kostenfrei in digitaler Qualität herunterladen zu können. Da die Vinylscheibe zudem eine Picture Disc ist und im dekorativen Pizzakarton ausgeliefert wird, ist auch für die Optik gesorgt.

Hot Action/Universal

VÖ: D, AU, CH: 2.11.

(Foto: ©Universal)

Die "Kaiser Chiefs" auf großer Europa-Tour

Kaiser Chiefs (Foto: ©Jason Kelvin und Stevie Dean)

"Ruby Ruby Ruby Rubyyyy", gröhlten diesen Sommer nicht nur die englischen Fußballfans, die Single-Auskopplung aus dem letzten Album der Kaiser Chiefs war europaweit ein Hit.

Die Musiker aus der englischen Industriestadt Leeds spielten bereits in Schultagen zusammen und wurden mit ihrem ersten Album Employment aus dem Jahre 2005 über Nacht zu Superstars. Der Bandname wurde übrigens von dem Lieblingsfussballer der Band von Leeds United, Lucas Radebe, inspiriert, der zuvor bei dem südafrikanischen Club „Kaizer Chiefs“ gespielt hatte.

Der Musikstil der Kaiser Chiefs lässt sich am besten als Indie-Rock beschreiben und ist unter anderem von so unterschiedlichen Bands wie The Beach Boys, Blur und Madness geprägt. Sie lassen sich selbst allerdings nur ungern auf eine konkrete Schublade festlegen und holen sich ihre Inspiration von britischen Bands, mit denen sie groß geworden sind. Eine ausgedehnte Europatournee ab Ende Oktober lässt die Fanherzen zuerst in der Schweiz und Österreich höher schlagen, bis es über Skandinavien, Holland und Deutschland zurück ins englische Mutterland geht.

Kaiser Chiefs: “Ruby”