Café Label im November: Matias Aguayo & Rodamaal feat. Claudia Franco

Artikel veröffentlicht am 16. November 2009
Artikel veröffentlicht am 16. November 2009
Diesen Monat geben unsere musikalischen Streifzüge Einblick in den Hedonismus des linksalternativen Milieus - unter anderem anhand der deutschen Dance- und Technoszene, bunt vermischt mit spanischen Gesängen. Unsere monatlichen Musiktipps.

Album des Monats

Matias Aguayo: Ay Ay Ay (2009)

Einmal mehr sprengt der zwischen Buenos Aires und Paris lebende Deutsch-Chilene Matias Aguayo die bisweilen allzu engen Grenzen elektronischer Musik. An der Seite des brasilianischen Elektromusikproduzenten Gui Boratto des Kölner Plattenlabels Kompakt, das in der Branche Standards setzt und gleichzeitig für seine Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen bekannt ist, präsentiert uns Aguayo in diesem Monat, eigentlich etwas verfrüht, Ay Ay Ay. Sein zweites Soloalbum, das insbesondere von Playbackgesang geprägt ist, zeichnet sich durch seine Reichhaltigkeit und seine glanzvollen Feinabstimmungen aus. Aguayos Hauptstütze ist dabei eine Technik, die er sich während der jahrelangen ergiebigen Zusammenarbeit mit Kompakt und insbesondere als Teil des namhaften Duos Closer Musik (mit Dirk Leyers) angeeignet hat. Er setzt sie ganz bewusst ein, um sich über die Überbleibsel des Minimal Techno herzumachen, wie er es bereits im Titel seines Albums Basta ya de la minimal! (Schluss mit Minimal!) von 2008 deutlich zum Ausdruck gebracht hat. Ein packendes und großzügig ausstaffiertes Album, das auch kein Problem damit hat, jederzeit edel und elegant zu wirken. 

Erscheinungsdatum: 27. Oktober/ Drowned in Sound

Mein Lieblingsalbum

Diesmal von Babelianer Tim Mac an Airchinnigh aus Irland

Daft Punk, Homework (1997)

Von den Chemical Brothers bis hin zu Janet Jackson sind sie neu aufgelegt, wiederaufgewärmt und gecovert worden. Aber keiner kommt an das Original heran. Es ist einfach ein verdammt guter Mix aus Techno und House, der niemals alt wird. Das französische Elektroduo hat auch heute noch die Power, um komplette Clubs ausflippen zu lassen. Oder zumindest, um dich auf der Fahrt zur Arbeit auf dem Bussitz mittanzen zu lassen.

Seht den Revolution 909 Clip von Roman Coppola für die vierte Single-Auskopplung des Albums hier.

Die Top 5 des Monats

Diesmal aus Kopenhagen und Berlin

1 - Clem Snide, “I'll Be Your Mirror” (2003)

Geniales Velvet Underground-Cover des New Yorker Indie-Rock-Projekts

2 - Gene Pitney & Marc Almond, “Something's gotten hold of my heart” (1989)

Das Original von 1967, das der Brite Almond im Jahr des Mauerfalls neu überarbeitete

3 - Rodamaal feat Claudia Franco, “Insomnia” (2005)

Der Titelsong einer Berliner Partyreihe ist ein House-Track des portugiesischen Trios und einer Gastsängerin

4 - Frankie Knuckles, “Your Love” (2004)

Ein uralter und megakitschiger Elektro- und House-Track des amerikanischen DJs, berühmt geworden durch das Computerspiel Grand Theft Auto

5 - Danny Tenaglia, “Music is the Answer” (2008)

Ein Andenken an die Superclub-Ära des New Yorker DJs, der hier mit seinem europäischen Kontrahenten, dem britischen DJ Carl Cox gleichzieht

(eine Auswahl von Lasse Jensen)