Burkaverbot: Europa enthüllt sich

Artikel veröffentlicht am 26. September 2016
Artikel veröffentlicht am 26. September 2016

Die Diskussion über Vollverschleierung gewinnt in Europa an Bedeutung und ist sogar in einigen Parlamenten angekommen. Auch wenn bisher nur wenige Länder ein offizielles Burkaverbot für öffentliche Plätze ausgesprochen haben, beginnen viele das Thema in ihre Gesellschaftsdebatten aufzunehmen. Unsere interaktive Karte klärt auf.

Es ist mittlerweile fast systematisch: Es vergeht keine Woche mehr, in der Islam im Allgemeinen und Muslime im Besonderen nicht durch Ansprachen in Plenarsälen oder voreingenommene Andeutungen in der Presse in den Mittelpunkt gestellt werden. An einem Tag muss der slowakische Premierminister "sein Volk" vor den Muslimen "schützen", an einem anderen ist es Geert Wilders aus den Niederlanden, der "den Koran verbieten" möchte. In Frankreich sorgt außerdem ein überraschender Bericht des Institut Montaigne mit dem Titel "Ein französischer Islam ist möglich" («Un islam français est possible») für Aufregung.

Auch wenn es bisher keine Rechtssprechung zu Lippenbekenntnissen gibt, so beziehen sich die europäischen Diskussionen über den Islam und diejenigen, die ihn praktizieren, seit Jahren nur auf einen winzigen Teil des Gesamtbildes: Ein Stück Stoff, das Niqab, Burka oder Ganzkörperschleier genannt wird und es jedes Jahr aufs Neue schafft, sich einen Platz an öffentlichen Plätzen zu schaffen. Der Beweis ist die nicht enden wollende französische Debatte vom Sommer über den "Burkini". Mittlerweile ist die Verschleierung aber auch bis in die Gesetzgebung einzelner EU-Mitgliedsstaaten vorgedrungen. 

Eine neue Umfrage von YouGov in Großbritannien zeigte, dass 57% der befragten Briten für ein Burkaverbot seien. Es ist jedoch hinzuzufügen, dass es durchaus europäische Länder gibt, in denen die Vollverschleierung gar kein Thema ist. Wer sind die Länder, die über das Thema diskutieren und wo wird die Vollverschleierung bereits gesetzlich reguliert?

In einer großen Umfrage an die Generation der 18-34-jährigen Europäer hat die Generation What? Erfahrungsberichte von einer halben Millionen jungen Europäern aus 30 verschiedenen Ländern gesammelt. Bei der Aussage "Verschleierte Mädchen auf der Straße oder am Arbeitsplatz" haben nur 17 Länder (von 28 Mitgliedstaaten) mehrheitlich mit "Stört mich nicht" geantwortet. Diese knappe Mehrheit lässt erkennen, dass sich Europa auch in Zukunft bei der Frage der Vollverschleierung keinesfalls toleranter zeigen wird.