Brüssel: Meine Erfahrungen in einem Local Team 

Artikel veröffentlicht am 30. März 2018
Artikel veröffentlicht am 30. März 2018

Cafébabel verändert sich - auch 2018. Wir erklären in einer kurzen Reihe, wonach euer Lieblingsmagazin bald aussehen wird. Neue Linie, neue Rubriken, neue Städte. Nichts weiter als das.

Wusstest Du's schon? Cafébabel ist ein kleiner Staat. Im gleichen Atemzug, in dem wir eine Politik der 'Dezentralisierung' starten, betreiben wir gleichzeitig auch mehr 'Konzentration'. Jeder arbeitet von seinem Land aus, aber es gibt nur noch einen Kopf pro Team. Schluss also mit mehrköpfigen Tentakelwesen. 

Unser Team in Brüssel ist ein sehr dynamisches und autonomes Local Team: Wir haben einen eigenen Co-Working-Space, zwei feste Mitarbeiter und viele hochmotivierte Freiwillige, Redaktionstreffen alle zwei Wochen, mehrere Veranstaltungen pro Jahr... Mit anderen Worten, wir dachten, wir kriegen das alleine schon ganz schön gut hin.

Unser City-Blog Cafébabel Bruxelles war mehr als 10 Jahre lang das virtuelle Aushängeschild unserer Aktivitäten in der Hauptstadt Europas: vom Europa-Gipfel bis zu den besten belgischen Sommerfestivals ist unser Europa durch die berühmt-berüchtigte Euro-Bubble natürlich schon immer etwas 'institutioneller' eingefärbt gewesen.

Doch als nun die neue Redaktionslinie von Cafébabel klarer wurde, merkte man plötzlich stärkere Unterschiede zwischen den Artikeln aus Brüssel und denen aus der Zentralredaktion. Im September 2017, als ich gerade neu in Brüssel war, ging die Umstellung direkt los: Zu oft kriselte es zwischen Paris und Brüssel, wir mussten uns besser aufeinander einstellen. Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe: Wir brauchen eine gemeinsame redaktionelle Linie, an die sich alle halten. Gleich vorweg, ich dachte, das wird bestimmt nicht einfach.

Mit der Brüsseler Redaktion überlegen wir uns, wie wir am besten mit anpacken können. Wir ändern redaktionelle Formate, wir erklären unseren Autoren, dass institutionelle News-Themen nicht mehr möglich sind, wir beenden einige Partnerschaften. Gleichzeitig versuchen wir so eng wie möglich mit der Zentralredaktion in Paris zu kommunizieren, um alle am gleichen Magazin zu feilen und nicht 10 kleine verschiedene Magazine zu machen. Paris wiederum integriert uns per slack in seine Redaktionssitzungen und ermöglicht es, ein besseres Verständnis zu entwickeln. Wir haben verstanden: wenn wir weiterhin bei Cafébabel veröffentlichen wollen, müssen wir alle in die gleiche Richtung arbeiten. 

Zum Glück sind unsere Freiwilligen begeistert, variieren gerne Themen und nehemen sich gern mehr Zeit für längere Formate. Endlich mit dem Gefühl im Gepäck, ein 'richtiges' Magazin mitzugestalten. Am Ende meiner 6-monatigen Mission bei Cafébabel Brüssel habe ich das Gefühl, dass wir es dank des guten Willens auf beiden Seiten geschafft haben, diese Wende mit einer gewissen Sanftheit zu bewältigen. In Brüssel sind nun alle startklar, den Wandel von Cafébabel anzugehen: partizipativ zu bleiben und gleichzeitig anspruchsvoller zu werden.

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Du willst auch bei cafébabel mitmachen? Nichts leichter als das! Hier eine Idee pitchen.