Brückentag

Artikel veröffentlicht am 21. Mai 2008
Artikel veröffentlicht am 21. Mai 2008

Ob fälschlicher Weise oder nicht, der gallische Hahn wird von seinen Nachbarn oft als motzender Faulpelz angesehen, ständig auf der Flucht, wenn es ans Arbeiten geht. Frankreich - das Schlaraffenland der 35-Stunden-Woche und festgelegten Gleitzeitregelungen (RTT, Réduction du temps de travail)! Doch auch die europäischen Nachbarn haben nicht wirklich etwas gegen kleine Unterbrechungen im Stundenplan einzuwenden, um ihre Schreibtische ein paar Tage hinter sich zu lassen.

Doch besonders der Franzose erfreut sich im Wonnemonat Mai der vielen Feiertage, die ihn erwarten: der 1. Mai, ein internationaler Feiertag, (der Arbeit), der 8. Mai, ein Nationalfeiertag (Armistice, Waffenstillstand 2. Weltkrieg), und Pfingstmontag - "Brückentage" (faire le pont - eine Brücke machen) werden in Frankreich zum wahrhaftigen Volkssport. Es genügt dafür, einen Urlaubstag zwischen den Feiertagen und dem Wochenende einzureichen. Und schon ist die Brücke ins Wochenende geschlagen…

Die Spanier setzen noch einen drauf, denn eine einfache Brücke genügt ihnen nicht, um zu entspannen: auf der iberischen Insel soll es dann schon ein "Aquädukt" sein (acueducto). Dieser Term wird verwendet, wenn zwei Feiertage in eine Woche fallen und man sich im Feiereifer auch den Rest der Woche einfach freinimmt.

Die Erfinder des Wirtschaftsliberalismus - unsere Freunde von der britischen Insel - haben es manchmal schwer, auch während der Feiertage mal nicht ans "Business" zu denken, denn hier wird ein solcher Tag bank holiday genannt.

Doch was mit der vielen Freizeit anfangen? Auch hier weiß der Franzose wieder Rat: "en mai, fait ce qu’il te plaît" (Im Wonnemonat Mai macht jeder was ihm gefällt).