Bollywood von der Berlinale 2010: "Mein Name ist Khan" von Karan Johar

Artikel veröffentlicht am 22. Februar 2010
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Artikel veröffentlicht am 22. Februar 2010
Um ihren - mit dem indischen Superstar Shar Rukh Khan hochkarätig besetzen - neuen Film Mein Name ist Khan (2010) zu drehen, hat es die Produzenten des großen Bollywood-Kassenschlagers In guten wie in schweren Tagen (2001) in die USA gezogen.
Der Film erzählt die Geschichte von Rizvan Kahn, einem unter einer autistischen Störung namens Asperger-Syndrom leidenden indischen Muslim, welcher sich auf den Weg in die USA macht. Nach den Anschlägen des 11. September verändert sich sein bis dahin glückliches Leben jedoch zum Negativen. Denn Muslime sind in den USA nicht länger willkommen. Die Idee zum Film kam dem Hauptdarsteller offenbar, nachdem er am Flughafen Newark in New York auf‘s Schärfste kontrolliert worden war.

Trailer: „Mein Name ist Khan” (Hindi/Englisch)

Warum sollte man diesen Film gesehen haben?

Magst du Forrest Gump? Macht dich die Islamophobie nach dem 11. September traurig? Wenn du außerdem glückliche Ausgänge, tränenreiche Szenen und viel Gefühl magst, ist dieser Film genau das Richtige für dich!

Stärken

Der Film setzt sich mit den Problemstellungen der Islamophobie, der totalen Überwachung und den Grenzen individueller Freiheiten auseinander, bleibt aber die ganze ungewöhnlich lange Spielzeit von fast drei Stunden hindurch unterhaltsam. Der Film ist nicht ausschließlich auf Englisch, die Schauspieler sprechen auch Hindi, was den Film authentischer macht.

Schwächen

Ernstere Töne werden erst gegen Ende des Filmes angeschlagen; hier gibt es eine politische Anspielung, wonach die USA nach dem 11. September Fehler gemacht hätten, die Szene ist jedoch recht kurz. Der „Amerikanische Traum“ wird jedenfalls nicht angetastet. Es würde nicht überraschen, wenn die amerikanische Produktionsfirma 20th Century Fox hinter diesem netten, politisch korrekten Ende stecken würde.

My Name is Khan premiere Bilder (von links nach rechts): ): Shah Rukh Khan, Kajol und der Regisseur Karan Johar

Sterne: 4 von 5

Für den Aufruf zu mehr Toleranz

Publikumsreaktionen

Nach der Premiere in Großbritannien am 16. Februar hat der Film alle Bollywood-Rekorde gebrochen und ist direkt auf Platz 6 der Kinocharts eingestiegen.

Und wenn der Vorhang fällt?

Sollte man über die Rolle der USA in der heutigen Welt, die Bedeutung von Religion, Extremismus und Toleranz nachdenken.

(Bilder: ©Katarzyna Swierc & FOX)