Berliner Ansichten

Artikel veröffentlicht am 30. Juli 2014
Artikel veröffentlicht am 30. Juli 2014

Berlin ist eine der beliebtesten Städte der Welt. Das Verlangen, mit ihrer jüngsten Vergangenheit zu brechen, hat eine multikulturelle Stadt mit vielen überraschenden Ecken entstehen lassen. Musikanten, Maler, Photographen und Aktivisten finden hier ihren Freiraum. Diese Photogalerie wird dir eine kleine, eingeschworene Gemeinschaft vorstellen, die stellvertretend für die Großstadt stehen soll. 

Filmrolle

Wir kommen an Cris Wiegandts Studio in Kreuzberg vorbei. Sie ist eine brasilianische Künstlerin mit deutschen Vorfahren. Cris ist in São Paulo aufgewachsen und kam über Hamburg nach Berlin. Sie brachte ihre Objekte von dort gleich mit. Sie arbeitet mit Objekten aus Papier, die sie in Szenen verwendet, die sie selber inszeniert und später photographiert. Am Ende entstehen Stop-Motion Bilder. Sie ist eine der wichtigste Designer und Animationskünstler in Berlin und hat schon von Disney und Nickelodeon Aufträge erhalten.

Künstlerkolonien

Es ist nicht schwierig „Künstlerkolonien“ in Berlin zu finden. Ohne Kreuzberg zu verlassen, stolpern wir über eine davon: Glogauair. Sie wurde 2006 von Chema Alvargonzalez gegründet. Es ist ein Haus, in dem Künstler, Bildhauer, Photographen und viele mehr sich einen gemeinsamen Ort teilen, um sich auszutauschen. Damit schaffen sie eine kreative Umgebung, um Kunst zu machen. Im selben Gebäude haben sie auch ihren Schlafplatz. Aber Globgauair ist nicht einfach nur ein Glücksfall für die Berliner Kunstszene, sondern zeigt den Künstlern auch den Berliner Kunstzirkus. Auf dem Photo unten, sieht man die südkoreanische Künstlerin Kim Hyun Kyung, die gerade in ihrem Studio im Glogauair ein Bild malt. 

Lesungen und Tauschmärkte auf Spanisch

Die verschieden Buchläden in Berlin bieten eine andere Möglichkeit, seine Zeit in Berlin zu verbringen. Einer davon ist Bartleby & Co., ein spanischer Buchladen in der deutschen Hauptstadt. Ana S. Pareja und Adrian del Alfonso sind zwei Spanier, die sich auf eine Seltenheit spezialisiert haben: spanische Literatur. Aber der Laden bietet auch Musik, Lesungen und Tauschmärkte, um nur einige der Aktivitäten zu nennen, die sich hier in der Boppstraße abspielen. 

Musik im Verkehr

Wenn man über Berlin spricht, kommt man um Musik nicht herum. Vom einsamen Violinisten, der unter den Linden spielt, bis zum Singer-Songwriter in der U-Bahn. Unten kann man ein Konzert sehen, das zwischen Kreuzberg und Friedrichshain stattfindet. Dinge, die andere Stadtämtern Albträume bereiten, sind in Berlin natürlich.

Berlin hört sich nach Techno an

Berlin lässt sich musikalisch nicht ohne Techno erklären. Die besten Clubs der Stadt empfangen die exklusivsten DJs in ganz Europa. Irgendwo in Berlin spielt ein DJ zu jeder Tages-und Nachtzeit gerade Techno. 

Nebeneinander

Mit dem Ende der Berliner Mauer und dem Fall der DDR, gab es auf einmal viel Leerstand in der Stadt. Seitdem sich eine Hausbesetzerszene in der Stadt etabliert hatte, ist eine ganze Subkultur aus Kulturzentren in Berlin entstanden. Berlin ist so zu einer einzigartigen Mischung aus verschiedener Kulturen geworden. Anderswo wäre das nicht möglich, was auf der Rigaer Straße, dem Squatter-Epizentrum oder auf der Köpenicker Straße passiert. 

Bürgerbeteiligung

Berlin ist die Stadt des Aktivismus: alle verschiedenen sozialen und politischen Kollektive treffen sich in der Stadt, um sich mit Taten, Debatten und Reden Gehör zu verschaffen. Eine der Initiativen ist Zwangsräumung verhindern, die sich dafür einsetzt, das die Gentrifikation in Berlin nicht noch weiter voranschreitet. Im Bild unten sehen wir Kreuze, die an lebensbedrohlichen Folgen von Zwangsräumungen erinnern sollen. 

Europäische Alternativen

Hilde und Lucile sind zwei junge Berlinerinnen, die sich für die Recht der LGBT-Gemeinschaft, für Gleichheit, Migration, Demokratie und die Verteilung der europäischen Bodenschätze einsetzen. Sie sind Mitglieder von European Alternatives, eine transeuropäische Assoziation, die sich möchte, das diese Themen in Europa ein größeres Gewicht bekommen. Die Assoziation ist in mehreren europäischen Städten zu Hause. Ihre eigentlich Heimat ist aber Berlin.

Ein Flughafen für alle

Der Flughafen Tempelhof ist schon seit 2008 nicht mehr in Benutzung. Nachbarn haben diesen Ort für sich beansprucht, nachdem es 2009 einige Monate lang massive Demonstrationen gab. Nachdem der Flughafen für einige Monate gesperrt blieb, hat der Stadtrat einige Einlässe freigegeben. Von diesem Moment an, gingen dort Menschen aller Altersklassen allen erdenklichen Freiluftaktivitäten nach. 2012 hat die Bürgerschaft in Berlin Pläne zur Bebauung des Tempelhofer Felds vorgelegt. Die Initiative 100% Tempelhofer Feld hat 150.000 Unterschriften für den Erhalt des gesamten Feldes gesammelt. Bei der Volksabstimmung haben dann über 700.000 Menschen für den Erhalt des Feldes abgestimmt. Der Flughafen bleibt so wie er ist. 

Urbane Gärten

In den vergangenen Jahren hat sich das Konzept der urbanen Gärten wie Unkraut ausgebreitet. Einer der wichtigsten urbanen Gärten befindet sich im Tempelhofer Park. Dort bauen viele junge Menschen ihre eigenen Gemüse und Früchte an.

Organische Ernten und unbewohnte Fläche

Einer der meist benutzten urbanen Gärten ist der Prinzessinnengarten. Wo jahrzehntelang einfach eine leere Fläche war, wachsen jetzt alle möglichen Pflanzen und organischen Getreide. Die Anwohner haben sich organisiert und den verlassenen Ort zu neuem Leben erweckt. 

Graffiti der Geschichte

Lange Berliner Winter werden in den langen Sommermonaten kompensiert. Im Sommer trifft man sich gerne in Parks wie dem Tiergarten, dem Görlitzer Park und dem Mauerpark. Obwohl er sehr beliebt bei Touristen ist, haben ihn Berliner noch nicht abgeschrieben. An Sonntagen finden sich im Park junge Menschen, die zusammen grillen, einen Markt für alle möglichen Speisen, Musik und Performance-Künstler. Wie das Photo unten zeigt, kann man auch Graffiti-Künstler treffen, die die Berliner Mauer bemalen.

Die Hauptstadt der jungen Menschen

Es gibt drei Kieze, die in Berlin gerade besonders in der Mode sind: Neukölln, Friedrichshain und Kreuzberg. Diese Viertel sind voller junger Menschen an allen Ecken und hier haben sich daher zahlreiche Bars und Musiklounges angesiedelt. Fahrräder haben die Straße eingenommen, die Gehsteige sind voller Leben. Man möchte sich hier einfach ein Bier kaufen und sich zu Fremden auf die Straße setzen. Deshalb könnte dieses Bild an wirklich jedem Sommernachmittag aufgenommen worden sein. 

DIESE REPORTAGE WURDE IM RAHMEN DES PROJEKTS "EUTOPIA – TIME TO VOTE" IN BERLIN VERFASST. DAS PROJEKT IST IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER HIPPOCRÈNE-STIFTUNG, DER EUROPÄISCHE KOMMISSION, DEM FRANZÖSISCHEN AUSSENMINISTERIUM UND DER EVENS-STIFTUNG DURCHGEFÜHRT WORDEN. FINDE BALD ALLE ARTIKEL AUS BERLIN AUF DER STARTSEITE VON CAFÉBABEL.