Babelblogs: Praktikum verzweifelt gesucht

Artikel veröffentlicht am 5. Februar 2010
Artikel veröffentlicht am 5. Februar 2010
Manche würden sogar bezahlen, um schuften zu dürfen. Ob im Einsatz für private Unternehmen oder öffentliche Organisationen, Praktikanten sind die einzigen „Arbeitnehmer“, die sich nur selten beklagen. Zusammenfassung einer Cafebabel-Debatte aus Brüssel.

Für jede neue Generation von Universitätsabsolventen ist ein Praktikum der erste Schritt in die Arbeitswelt. Für die Arbeitgeber ist es schon seit langem eine exzellente Möglichkeit von fügsamen und billigen, wenn nicht sogar kostenlosen Arbeitskräften zu profitieren.

Besonders in Brüssel, mehr vielleicht als anderswo, ist die Konkurrenz unter den (überqualifizierten) Absolventen groß. Für die Anwärter auf eine professionelle Zukunft auf europäischer Bühne ist die Etappe "Internship" zum festen Bestandteil ihres beruflichen Weges geworden. Im Rahmen der von cafebabel.com Brüssel organisierten Debatte „Stagiaires Thérapy, the crisis goes, the interns stay“ (Praktikanten-Therapie: Die Krise schreitet voran, die Praktikanten bleiben) trafen sich zahlreiche Praktikanten und Ex-Praktikanten in der europäischen Hauptstadt. Von freiwillig-ambitioniert bis ausgenutzt-resigniert - es präsentierte sich das ganze Spektrum an Praktika-Erfahrenen aus dem EU-Raum.

Fast alle Teilnehmer konnten schon mehr als ein Praktikum vorweisen. Im derzeitigen wirtschaftlichen Klima wird die Praktikumskarriere im Schnitt immer länger. Die jüngste Generation von Absolventen muss sich teilweise bis zu zwei Jahre mit Praktikantenstellen begnügen, bevor sie in den Genuss einer ersten richtigen Anstellung und des entsprechenden Gehalts kommt. Natürlich wird jeder mit einer gewissen Gleichgültigkeit zustimmen, dass es, unabhängig von der Frage nach der Vergütung der Praktika, doch in erster Linie ums Lernen geht. Allerdings findet man heute keine Master-Absolventen mehr, die sich zum Kopieren und Kaffeekochen abstellen lassen.

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Zum ausführlichen Artikel von Pablo Mombo und Mana Livardjani (auf Französisch): Blog des cafebabel.com Localteams in Brüssel.

Foto: (cc)LokoN Only One/flickr