Auf eure Cocktails!

Artikel veröffentlicht am 20. Juli 2009
Artikel veröffentlicht am 20. Juli 2009

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Was wäre der Kultfilm The Big Lebowski der Coen-Brüder ohne seine widerlichen Cocktails auf Wodka-Milch Basis?

Woher stammt eigentlich das berühmte Getränk, das sich heute so großer Beliebtheit erfreut? Das Wort „Cocktail“ wird von einem Mysterium umgeben und es gibt zahlreiche Versuche, seine Herkunft zu erklären. Aber aufgepasst - die geläufigste Fassung seiner Entstehungsgeschichte ist auch zugleich die seltsamste! Eine kleine Erklärung.

Ein Gastwirt namens Flanagan hatte eine Tochter und dazu einen großen Kampfhahn. Beide liebten den Hahn sehr. Dieser verschwand jedoch betrüblicherweise eines Tages. Der Gastwirt verkündete daraufhin, dass derjenige, der das flüchtige Federvieh lebend wiederfinde und ihm zurückbringe, seine Tochter zur Frau nehmen dürfe. Einige Tage später brachte ein Armeeoffizier den Hahn zurück, der allerdings seinen Schwanz verloren hatte. Daraufhin bot Flanagan ihm einen allgemeinen Rundgang durch die ganze Stadt an. Währenddessen mischte seine aufgeregte Tochter, beeindruckt von ihrem zukünftigen Mann, verschiedene Alkoholika zusammen und entdeckte ein neues Getränk, das auf das Wohl des Hahns getrunken wurde. Somit hat dieser “cock” [erinnert an das engl. Wort cock = Hahn] mit schönem “tail” [Schwanz, engl.] dem “Cocktail” seinen Namen gegeben!

Aber soviel zur Geschichte, nun zur Praxis!

Heute genießt man Cocktails sowohl in Bars als auch zu Hause und das überall in Europa. Falls ihr in Spanien vorbeikommt, werdet ihr sicherlich das etwas zweifelhafte Vergnügen haben, den Calimotxo zu probieren, eine Mischung aus Rotwein und Cola, der von den Franzosen als deutlichster Beweis für die spanische Häresie angesehen wird.

Die Franzosen mit ihrer ausschweifenden Fantasie sind hingegen Schöpfer des Cocktails Petit Grégory. Der kleine Grégory wurde in den 1980ern unter bis heute nicht geklärten Umständen tot in einem See aufgefunden. 2008 wurde der Fall neu aufgerollt.

Ein bisschen Sarkasmus sei den Franzosen vergönnt: Die Idee des Cocktails stammt aus dem Film „C’est arrivé près de chez vous ” [deutsch „Mann beißt Hund“; A.d.R.] mit Benoît Poelvoorde. In ein Glas, das mit Gin und Tonic gefüllt ist, wird ein kleines Bündel aus einer Olive und einem Zuckerwürfel gegeben. Die Person, deren Olive als erstes an die Oberfläche schwimmt, muss die Runde ausgeben und sein Gebräu in einem Zug austrinken.

Etwas nationalistischer ist der Mad Dog, in Polen Wściekły Pies genannt. Dabei handelt es sich um eine polnische Spezialität aus Wodka und Grenadine, die, falls sie nach allen Regeln der Kunst zubereitet wird, die polnische Nationalflagge auf dem Glasboden erscheinen lässt.

©jen_maiser/flickrAber denkt auch daran, einen kleinen Abstecher in den Norden Italiens zu machen, wo die Venezianer und Triester euch den Spritz probieren lassen. Seine Entstehung ist auf die Zeit der österreichischen Herrschaft zurückzuführen, in der Soldaten Mineralwasser und Weißwein mischten. Heute geben die Jugendlichen noch einige Zentiliter Campari dazu, damit ein leuchtend roter, bitterer Aperitif aus Orangenschale und Kräutern mit sehr saurem Geschmack entsteht.

Für die ganz Mutigen (und Robusten) gibt es schließlich noch den Advocaat aus den Niederlanden, ein Likör, der aus Eigelb, Zucker und Alkohol hergestellt wird. In Deutschland mischen ein paar Wagemutige auch noch Limonade zum Eierlikör. An dieses Blonder Engel genannte Getränk trauen sich allerdings selbst Hartgesottene nicht. Empfindliche Mägen sollten daher unbedingt darauf verzichten!

Rezept: Mad Dog 

-Wodka

-Grenadine

-Tabasco

Füllt ein Glas bis zur Hälfte mit Wodka. Lasst die Grenadine an der Glasinnenwand vorsichtig ins Glas gleiten, beträufelt das ganze mit Tabasco und die polnische Flagge wird in eurem Glas erscheinen. Aber Vorsicht vor der feurigen Nachwirkung des Tabascos nach dem Zucker der Grenadine!