Auf den Hund gekommen

Artikel veröffentlicht am 4. März 2009
Artikel veröffentlicht am 4. März 2009
Ein sprachliches Hundeleben in Europa.

Bläst der Wind, dass man „keinen Hund vor die Tür jagen möchte“ (Polnisch: pogoda taka, że psa by nie wygonił na zewnątrz), bleibt auf Deutsch nur der Kampf mit dem inneren Schweinehundkatha. Der Hund symbolisiert die Willensschwäche, mit der man innerlich ringt. Einst aber hielt dieser Jagdhund das Wildschwein auf, bis die Jäger es erlegen konnten.

Auf das Revierverhalten der Hunde verweist die mittelalterliche Sitte, den Boden von Geldschatullen mit einem Hundebild zu versehen: Wer pleite war, war wortwörtlich auf den Hund gekommenmonica.

Bei der spanischen perrapedro("Hündin") aber handelt es sich um Geldmünzen - mit einem Löwenbild. Vom Volk erhielten sie die Namen „kleine Hündin“ (5 Centimos) und „dicke Hündin“ (10 Centimos). Spöttische Anerkennung bedeutet das spanische Para ti la perra gorda!pedro („Dafür verdienst du die dicke Hündin!“).

Personalchefs vermitteln gerne den Eindruck, sie seien auf der Suche nach einer eigenständigen, kreativen Katze. Oft aber suchen sie den genügsamen und trotzdem loyalen Mitarbeiter, denn sie haben nur ein dog’s lifenabee, (Englisch „Hundeleben“) zu bieten.

Kein Grund für Gewerkschaften und Arbeitgeber sich gleich wie „Hund und Katze“ (Polnisch: życ jak pies z kotem) zu benehmen. Die wachsame Haltung von Porzellan- oder Steinhunden, die sich an Residenzeingängen feindselig gegenübersitzen (Französisch: se regarder en chien de faïencejane), kann aber ratsam sein. Warnt doch das alte lateinische Sprichwort canis caninam non est („Der Hund frisst kein Hundefleisch“) davor, dass man die Sache mit der Solidarität verstanden hat.

Im Allgemeinen gilt aber auch im Berufsleben die Formel: Den letzten beißen die Hunde katha.

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