Äthiopien und Sudan an der Grenze zum Hungertod

Artikel veröffentlicht am 4. Juni 2017
Artikel veröffentlicht am 4. Juni 2017

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Das Horn von Afrika erlebt sein drittes Dürrejahr in Folge und wird zum Besorgnis der gesamten Völkergemeinschaft. Letzten März schlugen die Vereinten Nationen mit der Schätzung Alarm, dass  im Südsudan, in Nigeria, in Somalia und im Jemen "mehr als 20 Millionen Menschen an Hunger leiden".

 

Das sich in dieser Region befindende Äthiopien ist ebenfalls betroffen.

In diesem Land sind seit Beginn des Jahres nur 15% der erwarteten Niederschläge gefallen, was die Regionen Borana (im Süden) und Somali (im Südosten) in eine schlimme Wirtschafts- und Nahrungskrise gestürzt hat, welche zur Hungernot führen können: Familien sehen ihre Ersparnisse schwinden und können sich keine Grundlebensmittel mehr leisten.

Ein Bürgerkrieg im Sudan trifft die verzweifelte Bevölkerung

Im Lager der Malakal offenbaren die Aussagen der vertriebenen Schilluk die Strategie der Aufstandsbekämpfung, die die südsudanesische Armee in der Region führt. Der 80-jährige Akitch, ein ehemaliger Farmer, kam im Januar an. Im Nachbarbezirk von Panyikang lebte sein Dorf von Landwirtschaft und Fischfang. Seit Beginn des Bürgerkrieges "haben Angriffe unser Vieh dezimiert" erzürnt er sich. Die Kämpfe haben außerdem die Bauern davon abgehalten zu säen oder zu ernten und die Straßen blockiert, was den Innenhandel gelähmt hat.

2,3 Millionen Südsudanesen haben ihr Heim verlassen, 1,7 Millionen davon sind in die Nachbarstaaten geflohen. Dem Journalisten Baptiste de Cazenove zufolge verschlimmert sich die Situation. Diese drittschlimmste Flüchtlingskrise der Welt, welche außerdem die schnellst wachsende ist, alarmiert den Hohen Flüchtlingskommisar der Vereinten Nationen (UNHCR). Mehr als 400 000 Menschen sind bereits in den Sudan emigriert, darunter viele Schilluk. Doch Männern und Jugendlichen wird die Grenzüberquerung zum Sudan verwehrt.

Der "Kommandant" Olony rekrutiert denn gewaltsam Kämpfer um die letzten Angriffe der Armee in Schach zu halten. Im Februar 2015 warf UNICEF Olony bereits vor, "hunderte Kinder" entführt zu haben um sie zu verpflichten. Mehr als 12 000 Minderjährige trügen im Land Waffen, alle Gruppen zusammengenommen. Eine Unbekannte, die Zukunft des Lagers der Vertriebenen aus Malakal betreffend, besteht weiter. "Gott allein weiß, wann sie kommen werden, um uns zu erledigen", sorgt sich Johaness, Anführer der Schilluk. Sobald Frauen und Kinder alle evakuiert sind, befürchten Hilfsorganisationen.

An diesem weltfernen Ort können diese Verstoßenen noch immer nicht die Gründe dieses von den Eliten dirigierten Bürgerkriegs begreifen. Sie trauern der Unabhängigkeit ihres Landes nach, das scheiterte, noch bevor es ein eigener Staat wurde. Diese Verdammten erklären sich bereit, wenn der Tag gekommen ist, die Waffen zu erheben, welche sie in Verstecken deponiert haben. "Diese Hungersnot ist menschengemacht", empört sich Morten R. Petersen, Vorsitzender der Geschäftsstelle von ECHO, der Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Union in dem Land.

Einige 100 000 Südsudanesen im Zentrum des Landes, in den Bezirken von Leer und Mayendit, ein Erdölgebiet, welches der Opposition freundlich geneigt ist, laufen Gefahr zu verhungern. Eine Millionen Einwohner werden in den nächsten Monaten bedroht sein. Der Hunger folge auch aus den "Zugangsbeschränkungen zu den von den Parteien besetzten Zonen", prangert M. Petersen an. Ohne Erlaubnis der Krieg führenden Mächte setzt sich das Personal der Zweigstellen der UNO und der 150 anwesenden NGO den Schüssen aus.

Mehr als 80 humanitäre Helfer wurden seit Beginn des Konflikts getötet. Außerdem werden die Konvois regelmäßig ausgeraubt. "Die Regierung veruntreut humanitäre Hilfen", was die Hungersnot verschlimmert, beklagt die UN-Menschenrechtskommission.